
Airlines kritisieren Pläne für höhere Flugsicherungsgebühren
Der internationale Airline-Verband IATA sprach sich heute in Genf gegen die geplanten Erhöhungen der Flugsicherungsgebühren innerhalb der Eurocontrol-Zone aus. 19 von 34 an dem Luftsicherheitsverbund beteiligten Staaten wollten ihre Gebühren im nächsten Jahr erhöhen. Dies sind neben Deutschland und Österreich auch Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Polen, Armenien, Serbien-Montenegro, Rumänien, Ungarn, die Türkei, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Tschechien und Litauen. Die stärkste Anhebung ist mit 32 Prozent in Armenien vorgesehen.
Im Hinblick auf das Verkehrsaufkommen werden die Auswirkungen der Gebührenerhöhungen für die Airlines am stärksten in Polen (+18 Prozent), Rumänien (+17 Prozent), Österreich (+14 Prozent), Frankreich (+6 Prozent), Großbritannien (+5 Prozent) und Italien (+4 Prozent) zu spüren sein, prognostiziert die IATA.
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Der Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften (BDF) erklärte am Dienstag auf Anfrage in Berlin, dass in Deutschland die Gebühren im kommenden Jahr um 5,9 Prozent für Starts und Landungen sowie um 2,7 Prozent bei den Strecken erhöht werden sollen.
Demgegenüber wollen zwar auch acht Staaten der Eurocontrol-Zone (Belgien, die Schweiz, Norwegen, Spanien, Zypern, Mazedonien, Slowenien und die Slowakei) ihre Gebühren auf dem Stand von 2009 beibehalten und sieben Staaten (Finnland, Portugal, Kroatien, Moldawien, Malta, Griechenland und Bulgarien) planen sogar eine Senkung der Gebühren. Dennoch ergebe sich laut IATA in der Eurocontrol-Zone eine durchschnittliche Erhöhung um 2,7 Prozent.
IATA-Chef Giovanni Bisignani erklärte, dies bedeute für die Airlines im kommenden Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von 360 Millionen US-Dollar (241 Mio Euro). Die Planung dieser Gebührenerhöhungen „mitten in einer beispiellosen Branchenkrise“ sei „fernab jeder Realität“ und „nicht hinnehmbar“, so Bisignani.
Auch der BDF sprach sich gegen eine Erhöhung der Flugsicherungsgebühren aus. Diese Erhöhungen zur Unzeit träfen die Unternehmen hart, erklärte BDF-Sprecherin Sabine Teller. Der Zeitpunkt treffe auf Unverständnis. Ein Teil der Erhöhungen sei noch verschoben worden, was bedeute, dass mit weiteren Gebührenrunden zu rechnen sei. Das Prinzip der vollen Kostendeckung sei nicht mehr passend für die Luftverkehrswirtschaft. Bei weniger Kundschaft steige der Preis automatisch. «Die Systemlogik versagt.»
dpa, airliners.de
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