Schuldenabbau: Air Berlin verkauft Flugzeuge nach China

15.08.2013 - 14:27 0 Kommentare

Air Berlin und eine neue chinesische Flugzeug-Leasingfirma haben eine Absichtserklärung über den Transfer von elf Flugzeugen unterzeichnet. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will so frisches Kapital generieren.

Ein Flugzeug der Air Berlin, aufgenommen auf einer Parkposition des Flughafens Berlin Tegel aus der Luft. - © © dpa - Ralf Hirschberger

Ein Flugzeug der Air Berlin, aufgenommen auf einer Parkposition des Flughafens Berlin Tegel aus der Luft. © dpa /Ralf Hirschberger

Air Berlin will die Kassenlage verbessern. Dafür sollen mehrere Flugzeuge an die neugegründete chinesische Minsheng Commercial Aviation Limited (MSCA) abgetreten und zum Teil zurück gemietet werden. Beide Unternehmen unterzeichneten hierüber eine Absichtserklärung, die insgesamt elf Flugzeuge mit CFM56-Triebwerken umfasst.

Wie Air Berlin am Donnerstag weiter mitteilte, besteht die Transaktion aus zwei Teilen: Einem Sale-and-lease-back von fünf gebrauchten Airbus der A320-Familie und zwei Neuauslieferungen im kommenden Jahr (je ein A320 mit Sharklets sowie Boeing 737-800). Zusätzlich bekommt Minsheng die Option, vier Boeing 737 von Air Berlin auf dem chinesischen Markt zu platzieren. Die Transaktionen werden in diesem Jahr und im Jahr 2014 abgeschlossen.

Die Zusammenarbeit mit MSCA steigere das Finanzierungsportfolio von Air Berlin, indem man Zugang zum chinesischen Finanzmarkt erhalte, sagt Ulf Hüttmeyer, CFO bei Air Berlin. Die Transaktionen senken ferner den Schuldenstand und unterstützen somit die eingeleiteten Sparmaßnahmen.

Minsheng Commercial Aviation (MSCA) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der chinesischen Minsheng Financial Leasing (MSFL). Diese hatte sich kürzlich entschlossen, verstärkt in die kommerzielle Luftfahrt zu investieren. Als Plattform dient dabei MSCA. Sie soll eine Flotte aufbauen und an Fluggesellschaften in China aber auch weltweit vermieten.

Air Berlin hatte am Donnerstag die Bilanz für das zweite Quartal 2013 vorgelegt. So konnte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft zwar den Verlust eindämmen, doch die angestrebte Rückkehr in die schwarzen Zahlen wird angesichts der schwächelnden Konjunktur und der Marktentwicklung zusehends schwieriger. Sorge bereitet auch das negative Eigenkapital. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Sanierungsprogramm "Turbine".

Von: airliners.de
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