Verhandlungen zwischen Lufthansa und Flugbegleitern gescheitert

19.01.2015 - 17:20 0 Kommentare

Die Lufthansa kommt auf ihren vielen Tarifbaustellen nicht voran. Während die Piloten mit weiteren Streiks drohen, haben sich die Flugbegleiter immerhin auf eine Schlichtung für Teilfragen eingelassen.

Ein streikender Flugbegleiter hat am Flughafen Frankfurt am Eingang zur Lufthansa-Basis ein Schild mit der Aufschrift

Ein streikender Flugbegleiter hat am Flughafen Frankfurt am Eingang zur Lufthansa-Basis ein Schild mit der Aufschrift "Außer Betrieb" umgehängt. © dpa /Frank Rumpenhorst

Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und der Lufthansa sind gescheitert. Die Positionen der Arbeitgeberseite seien "hinter bereits vereinbarte Teilergebnisse" aus dem vergangenen Jahr zurückgefallen, erklärte der UFO-Vorstandsvorsitzende Nicoley Baublies im hessischen Mörfelden-Walldorf. Die Tarifparteien hätten sich nun darauf geeinigt, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten.

Die "Spar- und Abschaffungsphantasien" der Lufthansa zu den Renten müssten mit Hilfe des Schlichters ein schnelles Ende finden, so Baublies. Seine Gewerkschaft habe eingewilligt, die Zahlungen der Lufthansa auf Festbeiträge umzustellen anstatt wie bislang feste Rentenzusagen zu machen. Doch das sei der Lufthansa nicht genug gewesen, die weitere Kürzungen ihrer Zahlungen verlangt habe.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa-Flugbegleiter wollen acht Prozent mehr Gehalt

In wesentlichen Punkten wie der Dotierung der Altersversorgung und der Frage der Eigenbeiträge der Mitarbeiter habe man noch keine Einigung erzielen können, erklärte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens in einer schriftlichen Mitteilung. "Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Unterstützung eines Schlichters partnerschaftliche und nachhaltige Lösungen erarbeiten werden", so Volkens. Darüber hinaus hätten beide Parteien ein "Eckpunktepapier" zur Fortsetzung der Verhandlungen zu neuen Arbeitszeitmodellen unterzeichnet, teilte die Fluggesellschaft mit.

Die Mitglieder der Ufo sind in einer bis zum Monatsende befristeten Urabstimmung aufgerufen, über einen Arbeitskampf zu entscheiden. Erst vergangene Woche hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit neuen Streiks gedroht. VC hatte die Lufthansa zuvor ebenfalls zu einer Schlichtung im Tarifkonflikt aufgefordert, was der Frankfurter Luftfahrtkonzern jedoch ablehnte.

Von: AFP, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Flugbegleiterinnen der Eurowings (li.) und Lufthansa. Beide Airlines gehören zur Lufthansa Group. Verfassungsrichter billigen Gesetz zur Tarifeinheit

    Das Bundesverfassungsgericht hat das Tarifeinheitsgesetz weitestgehend gebilligt - und somit die Klagen von Ufo und Vereinigung Cockpit abgewiesen. Doch das Gericht fordert Nachbesserungen bei dem Gesetz.

    Vom 11.07.2017
  • A320 der Eurowings Europe. Eurowings verärgert Stammpersonal in Österreich

    Seit Wochen bereitet sich Eurowings auf die Integration der Air-Berlin-Mitarbeiter vor - mit mehreren Gewerkschaften wurden schon Tarifeinigungen erzielt, die auch das Personal der insolventen Konkurrentin einschließen. Doch nun scheren die eigenen Crews aus. 

    Vom 13.10.2017
  • Flugzeuge von Brussels Airlines und Air Berlin. Brussels und Air Berlin schieben den Kranich an

    Kurz vor der erwarteten Einigung im Air-Berlin-Verkauf präsentiert die Lufthansa Group die Verkehrszahlen für September: Der Konzern wächst - der größte Part beruht auf Zukauf Brussels und den gemieteten Flugzeuge der insolventen Konkurrentin.

    Vom 11.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus