Schlichtung zwischen Lufthansa und Piloten scheitert

06.07.2015 - 14:47 0 Kommentare

Wie schon bei den Flugbegleitern ist jetzt auch die Schlichtung mit den Lufthansa-Piloten gescheitert. Das heißt: Ab sofort sind wieder Streiks möglich.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt. - © © dpa - Boris Roessler

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt. © dpa /Boris Roessler

Bei der Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Vorgespräche mit dem Unternehmen zu einer Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen jetzt für gescheitert erklärt.

Der Sprecher der Gewerkschaft sagte, die Lufthansa habe sich gegen eine Gesamtschlichtung ausgesprochen und sich auf einige Themenfelder beschränken wollen. Für die Pilotenvereinigung sei daraufhin eine Schlichtung nicht mehr in Frage gekommen. Eine Gesamtbefriedung des Konflikts sei nur möglich, "wenn alle Tarifthemen auf den Tisch kommen", teilte die Pilotengewerkschaft mit.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte dagegen, es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Lufthansa nur über alle offenen Tarifverträge schlichten lassen wolle. Alle anderen Themen hätten in separaten Arbeitsgruppen besprochen werden sollen. Das Unternehmen appellierte an Cockpit, die Verhandlungen umgehend wieder aufzunehmen.

Termin für neuen Streik steht noch nicht

Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, erläuterte der VC-Sprecher. Einen Termin für einen erneuten Arbeitskampf gibt es aber noch nicht. Er soll in den Gremien beraten werden. Bislang haben die Piloten in dem Konflikt zwölfmal gestreikt. Das Unternehmen bezifferte den dadurch entstandenen Schaden auf mehr als 300 Millionen Euro.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Pilotenstreik Nr. 12 bei der Lufthansa

Lufthansa hatte Ende April die lange von den Piloten geforderte Gesamtschlichtung angeboten. Als möglicher Schlichter war zwischenzeitlich der frühere Finanzminister Theo Waigel (CSU) an den Gesprächen beteiligt, hatte aber kein offizielles Mandat erhalten.

Laut Lufthansa sind mit der Gewerkschaft sechs Tarifverträge offen - unter anderem zum Gehalt, zur Übergangsversorgung und zu den Betriebsrenten der etwa 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Für Zündstoff sorgt zudem die Einführung der neuen Billigplattform Eurowings. Sie kann als unternehmerische Entscheidung jedoch kein offizieller Teil der Tarifverhandlungen sein.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: airliners.de, AFP, dpa
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