Schiffe orten mögliche MH370-Blackbox-Signale

07.04.2014 - 11:25 0 Kommentare

Bei der Suche nach dem seit vier Wochen verschollenen Fluges MH370 haben chinesische und australische Marineschiffe im Indischen Ozean mögliche Blackbox-Signale empfangen.

Geortete Blackbox-Signale

Geortete Blackbox-Signale
© AMSA

Einer der beiden Flugschreiber des Airbus A330 der Air France AF447

Einer der beiden Flugschreiber des Airbus A330 der Air France AF447
© dpa - Emma Foster

Vier Wochen dem Verschwinden von Flug MH370 gibt es neue Hoffnung bei der Suche nach der verschollenen Boeing. Zwei von australischen Suchmannschaften im Indischen Ozean geortete Funksignale entsprächen denen eines Flugschreibers, sagte der Koordinator der Suchaktion, Angus Houston, am Montag in Perth über die Signale vom Wochenende. Es sei die bislang vielversprechendste Spur.

Die Hinweise aus den vergangenen 24 Stunden seien "sehr ermutigend", es werde jedoch "eine weitere Bestätigung" benötigt. Dies könne noch Tage dauern. "Nichts passiert schnell in sehr tiefem Ozeanwasser". Die Signale waren von dem australischen Schiff «Ocean Shield» etwa 1700 Kilometer nordwestlich von Perth verfolgt worden. Die Ortung passt mit dem errechneten Absturz-Radius überein (s. Grafik). Das Schiff hat ein Spezialgerät an Bord, mit dem Flugschreiber-Signale bis in 6000 Meter Tiefe geortet werden können.

© UV-Team GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel/dpa Lesen Sie auch: Deutsche Forscher wollen mit Mini-U-Boot nach vermisster Boeing suchen

Man habe zweimal Signale verfolgt, einmal sogar mehr als zwei Stunden lang, sagte Houston weiter. Sie seien an anderer Stelle geortet worden, als die, die am Wochenende von einem chinesischen Schiff an einer anderen Stelle bemerkt worden waren.

Das chinesische Schiff hatte das Signal zunächst am Freitag und später am Samstag mehr als 1600 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth im Indischen Ozean aufgefangen, wie das chinesische Staatsfernsehen CCTV berichtete. «Die "Haixun 01" hat das Signal für rund 90 Sekunden wiedergefunden in einem Radius von etwa zwei Kilometern», sagte Houston.

Das Spezialgerät wurde von der «Ocean Shield» aus in 3000 Metern Tiefe eingesetzt. Sollten die Spezialgeräte die Blackbox lokalisieren, planen die Suchmannschaften, ein unbemanntes U-Boot zum Meeresgrund zu schicken, um nach dem Flugzeugwrack zu suchen. Im fraglichen Suchgebiet ist der Ozean nach Angaben von Houston etwa 4500 Meter tief. Es kann allerdings noch Tage dauern, bis die Geräte auf der «Ocean Shield» eine Position bestimmen können, falls sie überhaupt nochmals Signale auffangen.

© BEA Lesen Sie auch: Black Box sendet 30 Tage lang Signale

Blackbox könnte schon sehr bald aufhören, zu funken

«Es liegt noch viel Arbeit vor uns, um bestätigen zu können, dass das Flugzeug an jener Stelle ins Wasser stürzte», sagte Houston. «Das ist eine vielversprechende Spur, aber wir haben das Flugzeug noch nicht gefunden.» Den Suchtrupps läuft die Zeit davon. Weil die Batterien in der Regel nur für um die 30 Tage ausreichen, könnte die Blackbox der verschollenen Boeing 777 etwa ab diesem Montag aufhören zu senden. Danach dürfte es noch schwerer werden, Reste des Flugzeugs zu finden.

Die Blackbox könnte helfen, das Geheimnis um das Verschwinden des Flugzeugs zu klären. Der orangefarbene Metallbehälter enthält den Flugschreiber, der Daten wie Kurs, Flughöhe oder Tempo registriert. Zudem zeichnet ein Stimmenrekorder Gespräche und Geräusche im Cockpit auf.

Doch selbst wenn die Experten Glück haben und einen oder beide Flugschreiber bergen, ließe sich das Geheimnis um Flug MH370 womöglich nicht restlos aufklären. Die Gespräche im Cockpit werden zwar aufgezeichnet, doch nur die beiden letzten Stunden bleiben erhalten. Was zu Beginn des Fluges gesagt wurde und im Cockpit passierte, als die Boeing plötzlich ihre Richtung änderte, könnte also nie bekannt werden. Die Maschine mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschollen und ist allem Anschein nach in den Indischen Ozean gestürzt.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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