Die Born-Ansage (28) ( Gastautor werden )

"Schalttag? Nö, ohne mich!"

03.03.2016 - 11:17 0 Kommentare

Nicht zum ersten Mal hat die Gepäckförderanlage am Flughafen Düsseldorf nicht so gearbeitet, wie man es erwarten könnte. Es gibt wohl ein Kommunikationsproblem des Airportmanagements mit seinem Gepäckförderband, vermutet unser Kolumnist Karl Born.

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. - © © airliners.de, Karl Born -

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. © airliners.de, Karl Born

Montag, 29. Februar 2016, morgens in der Frühe (sehr früh sogar, exakt 5.45 Uhr), hatte das Gepäckförderband am Flughafen Düsseldorf keine Lust mehr zu arbeiten. Wer eine typische Montagsmüdigkeit vermutet hatte lag falsch. Das Problem lag tiefer, viel tiefer.

Man hatte schlicht vergessen dem Gepäckförderband mitzuteilen, dass 2016 ein Schaltjahr ist und es demzufolge einen zusätzlichen Arbeitstag geben muss, eben jenen 29. Februar. Das Schaltjahr-Thema ist zwar grundsätzlich seit dem Jahr 1582 bekannt, aber eben nicht dem Düsseldorfer Gepäckförderband. So dachte sich das Förderband, einen 29. Februar kenne ich nicht, da mache ich frei.

Stapeln statt Fliegen

Und das hatte Konsequenzen, nämlich für die Koffer der Flugpassagiere. Da hieß es nun: Stapeln statt Fliegen (zumindest für 1.200 Koffer). Endlich gegen Mittag konnte durch ein Software-Update (kennen wir doch von VW) das Problem behoben werden.

Ein steter Quell der Freude in solchen Situationen ist die Kommunikation durch den Flughafen Düsseldorf. Ziemlich lapidar teilte man mit, alles halb so schlimm, das gleiche Problem kann ja erst in vier Jahren wieder auftreten. Und dann der Satz zur Krönung: "Wir hoffen, dass wir das in vier Jahren besser machen". Gratuliere, das hat schon BER-Format.

Hoffentlich ist das jetzt dem Gepäckband auch bekannt, mit dem Vierjahres-Abstand. Nicht, dass es umgekehrt im nächsten Jahr vergeblich auf den 29. Februar wartet und den 1. März ablehnt, weil vorher der 29.2. kommen muss.

Mit der besonderen Problematik, dass es von der Vierjahresfolge der Schaltjahre auch Ausnahmen gibt (in den sogenannten Säkularjahren, Jahre die ein Jahrhundert abschließen, wie z.B. das Jahr 2100, gibt es kein Schaltjahr), wollen wir das Gepäckförderband angesichts der zeitlichen Ferne von 84 Jahren nicht unnötig belasten.

Vom Ferienbeginn "überrascht"

Mir scheint es allerdings, dass es wohl ein grundsätzliches Kommunikationsproblem des Flughafenmanagements mit seinem Gepäckförderband gibt. Man erinnert sich, das neue Band hatte im vergangenen Jahr Probleme mit dem erhöhten Gepäckansturm zum Sommerferienbeginn. Der soll auch etwas überraschend gekommen sein. Obwohl man Besserung versprach, gab es zu Beginn der Herbstferien das gleiche Problem. Deshalb an dieser Stelle schon der vorsorgliche Hinweis: Achtung Gepäckband, die Osterferien beginnen in NRW am 21. März (und das ist schon bald).

Aber so richtig geschockt war ich, als in der am Folgetag erschienenen Medieninformation, mit der ein typisches Flughafen "Airlebnis" angekündigt wurde, schon in der Headline stand: Kofferversteigerung inklusive. Und weg sind sie, die 1.200 Koffer.

Über den Autor

In seiner Reihe "Die Born-Ansage" veröffentlicht der ehemalige Condor-Vertriebschef, Tui-Vorstand und Touristik-Honorarprofessor Karl Born auf airliners.de Kolumnen zum aktuellen Geschehen in der Luftverkehrswirtschaft.

Professor Karl BornAls Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "Bissigen Bemerkungen" ausgezeichnet, nimmt der ehemalige Airline- und Touristikmanager auch in Sachen Luftverkehr kein Blatt vor den Mund. Kontakt

Von: Karl Born für airliners.de
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