GBAS-Premiere am Flughafen Bremen

Satellitengestütztes Landesystem erhält Zulassung

10.02.2012 - 15:38 0 Kommentare

Die Deutsche Flugsicherung hat erstmals ein satellitengestütztes Präzisionsanflugsystem (GBAS) für den Liniendienst in Betrieb genommen. Als erste Fluggesellschaft nutzt Air Berlin mit ihrer Boeing-Flotte das neue Anflugverfahren , das in Zukunft das ILS ablösen soll.

GBAS-Anlage

GBAS-Anlage
© DFS

GEBAS-Anflug

GEBAS-Anflug
© DFS

Begrüßung des ersten Air-Berlin-Linienflugs, der nach GBAS am 9.2.2012 am Flughafen Bremen gelandet ist

Begrüßung des ersten Air-Berlin-Linienflugs, der nach GBAS am 9.2.2012 am Flughafen Bremen gelandet ist
© DFS

GBAS-Anlage am Flughafen Bremen

GBAS-Anlage am Flughafen Bremen
© DFS

Das satellitengestützte Präzisionsanflugsystem GBAS (Ground Based Augmentation System) hat die deutsche Musterzulassung als primäres Landesystem vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) erhalten und kann seit Freitag unabhängig von dem seit Jahrzehnten genutzten Instrumentenlandesystem (ILS) für Anflüge unter Instrumentenflugbedingungen genutzt werden. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH betreibt GBAS als erste Flugsicherung der Welt am Flughafen Bremen für CAT I Präzisionsanflüge für den regulären Liniendienst der Fluggesellschaften.

GBAS bietet bei Präzisionsanflügen eine digitale Führung und arbeitet nach dem Differential Global Positioning System (DGPS) Verfahren. Bei diesem Verfahren wird die Genauigkeit und Integrität von GPS für das Flugzeug durch die Ausstrahlung von Korrekturdaten erhöht. Zurzeit wird GBAS zusätzlich zu den Instrumentenlandesystemen an Flughäfen aufgebaut. Wenn Flugzeuge in der Zukunft durchgängig mit den entsprechenden Bordempfängern ausgerüstet sind, kann GBAS das ILS ablösen. Es bietet gegenüber dem ILS etliche Vorteile. Zum einen ist es keinen Beeinträchtigungen durch Wetter oder Hindernisse ausgesetzt, zum anderen benötigt es keine Schutzbereiche, um es vor möglichen Störungen durch Rollverkehr auf dem Flughafen abzuschirmen. Weitere Vorteile sind, dass bei GBAS-Anflügen durch variable Anflugwinkel die Lärmemissionen am Boden reduziert werden und das System zukünftig auch in bergigen Gebieten eingesetzt werden kann, an denen bisher kein Instrumentenlandeanflug möglich war.

Darüber hinaus können bis zu 26 Anflüge auf verschiedene Pisten von nur einer GBAS Station unterstützt werden und das System muss weniger häufig als ein ILS durch Flugvermessung überprüft werden. Dadurch ist es sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung erheblich kostengünstiger als ein herkömmliches ILS.

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH befasst sich bereits seit Mitte der 90er Jahre mit Pilotvorhaben unter anderem in München und Frankfurt mit der technischen Erprobung der GPS-Technologie. Die von der Firma Honeywell gebaute GBAS Station in Bremen ist bereits seit 2008 im Testbetrieb und konnte bisher von den Fluglinien TUIfly und Air Berlin bei Instrumentenflugwetterbedingungen nur bis zum Nichtpräzisionsminimum genutzt werden.

Air Berlin besitzt inzwischen für seine Boeing 737 Next Generation Flotte die Zulassung für die uneingeschränkte Nutzung der GBAS-Bodenstation nach CAT I. Eine Ausweitung des GBAS Betriebs für CAT II und CAT III Wetterbedingungen (Allwetterbetrieb) wird ab der Mitte des Jahrzehnts erwartet.

Von: DFS, dpa, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Ab 2024 soll die E10-Maschine in Serienproduktion gehen. Münchner sammeln Millionen für E-Flug ein

    Ein Münchner Start-Up will in sechs Jahren kommerzielle Elektroflugzeuge zur Serienreife bringen. Unterstützung kommt aus Fernost: Mit einem chinesischen Unternehmen entsteht eines der größten Kompetenzzentren für E-Fliegen.

    Vom 18.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus