Sanierung: Thomas Cook reduziert Schulden und Verluste

29.11.2013 - 07:28 0 Kommentare

Thomas Cook ist auf Sanierungskurs: So konnte der Mutterkonzern von Condor und Neckermann den Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast zwei Drittel abauen. Ein zweites Sparprogramm soll das Unternehmen in neue Höhen bringen.

Logo der Thomas Cook - © © Thomas Cook -

Logo der Thomas Cook © Thomas Cook

Der harte Sanierungskurs beim Reiseveranstalter Thomas Cook zahlt sich aus. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr baute der britische Mutterkonzern von Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor seinen Verlust um fast zwei Drittel auf 207 Millionen Pfund (248 Mio Euro) ab, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. "Thomas Cook ist zurück", sagte die seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschefin Harriet Green. "Die ersten 365 Tage beim Umbau waren ein großer Erfolg - und das war erst der Anfang." Ein neues Sparprogramm soll das Unternehmen bis 2018 in neue Höhen bringen.

Bei den Kosteneinsparungen sei der Konzern schneller als geplant vorangekommen, sagte Green. Das ließ den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (Ebit) um knapp die Hälfte auf 263 Millionen Pfund steigen. Dabei profitierte das Unternehmen von höheren Preisen für Urlaubsreisen und dem Verzicht auf unrentables Geschäft. Der Umsatz legte trotz des gekappten Reiseangebots um ein Prozent auf 9,3 Milliarden Pfund zu.

Green wird ehrgeiziger

Green schraubte gleich mehrere wichtige Ziele auf ihrem Sanierungskurs nach oben. So sollen schon 2015 mehr als die Hälfte der Reisen im Internet gebucht werden, im abgelaufenen Geschäftsjahr waren es 36 Prozent. Mit neuen Angeboten wie exklusiven Hotels und durchgeplanten Paketen für kurze Städtereisen will Green den Umsatz in zwei Jahren um 700 Million Pfund ankurbeln. Vor allem soll das laufende Sparprogramm den Gewinn bis 2015 nun um 440 Millionen Pfund steigern. Das sind 40 Millionen mehr als bislang geplant.

Auch danach will Green nicht locker lassen. Sie kündigte gleich ein weiteres Sparprogramm "Wave 2" an, das bis 2018 noch einmal Einsparungen in gleicher Größenordnung bringen soll. Dann will sich der Konzern um tiefgreifende organisatorische Veränderungen kümmern, um die Effizienz zu erhöhen. Das werde auch zu höheren Investitionen führen, sagte Green. In der ersten Sparwelle habe sich Thomas Cook zunächst auf die "niedrig hängenden Früchte" konzentriert.

Schulden fast halbiert

Was das zweite Sparprogramm für die Arbeitsplätze bedeutet, ließ Green offen. Im laufenden Programm richten sich die Einschnitte vor allem auf Großbritannien. Dort will der Konzern die Zahl der Stellen um 2.500 auf 13.000 senken und rund 250 von 1.100 Reisebüros schließen. Konzernweit arbeiteten Ende September nach Angaben eines Sprechers noch rund 27.000 Menschen bei Thomas Cook, ein Jahr zuvor waren es noch 31.000. In Deutschland blieb die Zahl der Beschäftigten mit rund 4.500 stabil.

Die Schulden des Unternehmens, das 2011 knapp dem Untergang entkommen war, sanken im vergangenen Geschäftsjahr um 367 Millionen auf 421 Millionen Pfund. Dazu trugen vor allem eine Kapitalerhöhung und ein Finanzierungspaket über zusammen 1,6 Milliarden britische Pfund bei. Zudem verbrannte das Unternehmen im operativen Geschäft kein Geld mehr und erzielte wieder einen positiven Geldzufluss. Optimistisch stimmen Thomas Cook die Buchungszahlen für die Wintersaison. Die Margen lägen über denen des Vorjahres, hieß es.

Von: dpa-AFX, dpa
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