Salzburg: Ende im Streit um Fluglärm noch nicht in Sicht

03.12.2013 - 16:32 0 Kommentare

Der Flughafen Salzburg ist aus Sicht von Bundesverkehrsminister Ramsauer zwar wichtig für die Region, doch sorgt er für zuviel Fluglärm. Deshalb fordert er weiterhin, dass mehr Landungen aus dem Süden erfolgen sollen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)
© dpa - Fredrik von Erichsen

Eine Boeing 747 der Transaero landet am Flughafen Salzburg

Eine Boeing 747 der Transaero landet am Flughafen Salzburg
© dpa - Michael Hudelist

Blick auf das abendliche Vorfeld des Salzburger Flughafens

Blick auf das abendliche Vorfeld des Salzburger Flughafens
© AirTeamImages.com - Ralf Meyermann

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Bedeutung des österreichischen Flughafens Salzburg für Bayern betont, aber die Forderung nach weniger Fluglärm bekräftigt. «Diese Wirtschaftsregion braucht den Salzburger Flughafen», sagte Ramsauer heute im bayerischen Freilassing. Statt derzeit 90 Prozent sollten aber künftig nur noch 70 Prozent aller Landungen über deutschem Gebiet erfolgen. Die Bewohner im Berchtesgadener Land und im Chiemgau bräuchten eine spürbare Entlastung vom Fluglärm.

Im jahrelangen Streit beider Länder um die Flugrouten hatte Österreichs Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) zuletzt den Gang zum Europäischen Gerichtshof nicht ausgeschlossen, sollten die Landungen über deutschem Gebiet deutlich eingeschränkt werden. An diesem Donnerstag wollen Bures und Ramsauer bei einem Treffen der EU-Verkehrsminister in Brüssel über das Problem reden. Der deutsche Verkehrsminister hatte im Mai 2011 eine Beschränkung der Überflugrechte ins Gespräch gebracht.

Ramsauer setzt auf eine Einigung in der geplanten Durchführungsverordnung für den Betrieb auf deutscher Seite. «Wir müssen sauber deeskalieren», sagte er in dem bayerischen Grenzort in Anwesenheit zahlreicher österreichischer Journalisten. Niemand wolle den Betrieb des Salzburger Airports einschränken. Allerdings gebe es von österreichischer Seite mancherlei Unterstellungen, was die deutschen Forderungen betrifft.

«Es wurden völlig falsche Dinge in die Welt gesetzt», sagte Ramsauer sichtlich verärgert. «Hier wird langsam eine Grenze überschritten.» Der Flughafen verfüge über alle technischen Möglichkeiten, um deutlich mehr Landungen aus dem Süden abzuwickeln. Dagegen regt sich hingegen Widerstand auf österreichischer Seite. Ausnahmen von den südlichen Anflugrouten soll es in der Durchführungsverordnung nur noch geben, wenn etwa das Wetter nicht mitspielt oder die Flugzeuge nicht über entsprechende Navigationssysteme verfügen. Und natürlich stehe die Flugsicherheit an erster Stelle.

Nach dem Flughafen Wien ist der Salzburger Airport der zweitgrößte in Österreich. Er hat für die Region, aber auch für Südbayern erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Im vergangenen Jahr wurden fast 1,7 Millionen Passagiere gezählt. Rund 17.000 Starts und Landungen wurden abgewickelt.

Fluglärm scheint dabei nach einer Anfang August durch den Flughafen vorgestellten Studie gar kein so großes Problem zu sein. In der Befragung hatten sich die Bayern mit „ihrem“ Flughafen in Salzburg zu 90 Prozent "zufrieden" bis "sehr zufrieden" gezeigt und vergaben die Durchschnittsnote 1,8.

Von: dpa, airliners.de
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