Sale and lease back: Intersky macht Flugzeuge zu Geld

03.02.2014 - 16:21 0 Kommentare

Die am Bodensee beheimatete Intersky hat zwei Flugzeuge an einen US-Investor verkauft und anschließend zurückgemietet. Das Geschäft spült der Regionalfluggesellschaft frisches Geld in die Kassen.

Bombardier Dash 8Q-300 der Intersky - © © Intersky -

Bombardier Dash 8Q-300 der Intersky © Intersky

Der schweizerische Flottenfinanzierer Altair hat heute den Abschluss eines Sale-and-lease-back-Geschäfts mit Intersky bekannt gegeben. Demnach wurden zwei Bombardier Dash-8Q-300 (Registrierungen OE-LSB/-LIC) an einen US-Investor verkauft und anschließend an Intersky im Rahmen eines Operating Lease Agreements zurückvermietet.

Intersky-Chefin Renate Moser dazu:“ Dies ist das erste Mal, dass Intersky ein solches Geschäft abschließt. Es ist Teil der langfristigen Flottenfinanzierungsstragie. Der Mix zwischen Leasing und Bankkrediten erlaubt uns weiteres Wachstum.“ Der Marktwert der Dash 8Q-300 sei zudem in den letzten Jahren gestiegen, so dass jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Transaktion war, so Moser weiter.

Die kleine Regionalairline steht - wie auch andere Unternehmen - schon seit einigen Jahren unter Druck. Zunächst als Billigflieger ab Bern-Belp gestartet, wechselte die Airline nach Friedrichshafen und positionierte sich als Regionalfluggesellschaft für die Bodensee-Region. 2010 sah es abermals eng aus. Die damalige Geschäftsleitung verkleinerte die Flotte und konzentrierte sich auf die wichtigsten Destinationen ab Friedrichshafen. Kurz darauf stieg die auf Sanierungen spezialisierte Intro Group bei Intersky ein. Mit frischem Kapital im Rücken wurden zwei ATR72 geordert und die Weichen wieder auf Expansion gestellt.

Doch die 70-sitzigen Maschinen erwiesen sich als zu groß für viele Strecken, so dass sie zumeist im Chartergeschäft eingesetzt wurden. Eine ATR72 ging an die dänische Jettime.

Das Jahr 2013 dürfte Intersky auch wegen der Eröffnung neuer Verbindungen mit einem höheren Verlust als geplant beendet haben. Hauptgesellschafter Intro zeigte sich zwar bereit, weitere Millionen nachzuschießen, forderte aber auch von Mitarbeitern, Flughäfen und Kommunen Zugeständnisse.

Auch der Ausblick ist nicht allzu rosig: So greift Germanwings ab Ende März die Intersky auf der Route Hamburg-Karlsruhe an. Vor Jahren ging ein solcher Kampf auf der Route Köln - Friedrichshafen zu Ungunsten der Intersky aus und trug massiv zu einer ernsthaften Finanzkrise des Unternehmens bei. Durch den Notverkauf einer Typs Dash 8-Q300 konnte Intersky damals gerettet werden.

Jüngste Strategie von Intro-Chef Hans-Rudolf Wöhrl ist daher der Aufbau einer pan-europäischen Regionalfluggesellschaft. Dafür will er die irische CityJet samt der flämischen Schwester VLM von Air France-KLM übernehmen und mit Intersky vereinen. Als neuer Regional-Player in Mitteleuropa tritt jetzt aber auch Etihad Regional an: Die arabische Etihad stieg bei der schweizerischen Darwin ein, die nun als Zubringer für Etihad und deren Beteiligungen, wozu auch Air Berlin und Aer Lingus zählen, fungieren.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Thomas-Cook-Konzernchef Peter Frankhauser. Bilanz: Condor schiebt Thomas Cook an

    Mehr Umsatz, mehr Gewinn und weniger Schulden: Thomas Cook legt im abgelaufenen Geschäftsjahr zu - und führt dies auch auf die Entwicklung bei Condor zurück. Die Tochter ist wieder in der Gewinnzone.

    Vom 22.11.2017
  • Foto vom Börsengang der Air Berlin aus dem Jahr 2006 Air Berlin wird noch an der Börse gehandelt

    Die insolvente Air Berlin will zwar das Börsenparkett verlassen, ein Delisting der Papiere ist aber noch nicht beantragt - der Handel könnte auch dann noch länger weitergehen. Indes prüft die Airline offenbar Ansprüche gegen Etihad.

    Vom 22.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus