Salafist arbeitete an Berliner Flughäfen

19.05.2016 - 10:45 0 Kommentare

Konnte ein Salafist eine ganze Weile ungestört seiner Beschäftigung auf den Berliner Flughäfen nachgehen - und das auch in sensiblen Bereichen? Der Informationsaustausch zwischen Betreiber und Sicherheitsbehörden scheint nicht sonderlich gut geklappt zu haben.

Flugzeuge auf dem Vorfeld des Flughafen Tegel. - © © airliners.de - Gunnar Kruse

Flugzeuge auf dem Vorfeld des Flughafen Tegel. © airliners.de /Gunnar Kruse

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld soll trotz Sicherheitswarnungen jahrelang ein Berliner Salafist gearbeitet haben. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" soll er als Mitarbeiter der Wisag Airport Service für die Innenreinigung der Flugzeuge zuständig gewesen sein und Zugang zum Sicherheitsbereich gehabt haben. "Bomben hätten versteckt werden können, Geiseln hätten genommen werden können", sagte der innenpolitische Sprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Hakan Tas, der RBB-"Abendschau".

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte in der gleichen Sendung: "Den Umstand als solches bewerte ich als kritisch - aber nach all dem, was wir wissen, haben sich die Sicherheitsbehörden wenig vorzuwerfen." Er glaube, dass die Sache insgesamt noch einmal ausgewertet werden müsse. Nach "Morgenpost"-Informationen hatten die Behörden im Februar 2014 bemerkt, dass der damals 24-Jährige fest in der Salafistenszene verankert ist. Dennoch habe der Mann noch 20 Monate weiter an den Flughäfen gearbeitet.

Sicherheitsausweis bereits im Oktober eingezogen

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) erhielt erst Anfang Mai dieses Jahres "von Behördenseite den Hinweis", dass zu dem Mann "in einer anderen Angelegenheit weitere Erkenntnisse vorliegen", wie ihr Sprecher Lars Wagner sagte. Gemeint ist offensichtlich die Verbindung zum Salafismus. Bereits zuvor sei dem Mann im Oktober 2015 der Sicherheitsausweis entzogen worden, nachdem er versucht habe, einen Schlagring in den Sicherheitsbereich des Flughafens Berlin-Schönefeld einzuschmuggeln.

© WISAG, Lesen Sie auch: Aufs Vorfeld geht es nur nach bestandenem Sicherheitscheck

Darüber wurde laut Wagner unverzüglich die Bundespolizei informiert, und die FBB habe Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet. Dem Mitarbeiter sei daraufhin der Zutritt für das gesamte Gelände der Flughafengesellschaft verboten worden.

Salafisten gehören einer extrem konservativen islamistischen Strömung an und verfolgen das Ziel, einen Gottesstaat zu errichten. Sie sehen sich als Vertreter eines ursprünglichen Islams und richten ihr Leben strikt am Koran aus.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Luftsicherheitsverband fordert ausschließlich behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfungen

Von: gk, dpa
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