Ryanair weiterhin bereit für Einstieg bei Alitalia

04.12.2013 - 14:57 0 Kommentare

Bei der Vorstellung der neuen Niederlassung am römischen Flughafen Fiumicino bekräftigte Airline-Chef Michael O'Leary sein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Alitalia. Zunächst handelte er sich aber eine Abfuhr ein.

Michael O' Leary - © © dpa - Stf

Michael O' Leary © dpa /Stf

Ryanair will sich weiterhin an der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia beteiligen. „Wir würden eine Offerte prüfen, falls man uns bitten würde, zur Rettung der Alitalia beizutragen“, sagte Ryanair CEO Michael O'Leary am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Rom, auf der er die neue Niederlassung am Flughafen Fiumicino vorstellte.

O'Leary sagte weiter, dass er Alitalia eine Zusammenarbeit im Langstreckensektor sowie beim gemeinsamen Erwerb von Flugzeugen und Kerosin angeboten habe. „Wir sind außerdem bereit, die Inlandsflüge zu übernehmen, die Alitalia aus Kostengründen streichen sollte.“ Die italienische Airline hatte eine solche Kooperation aber vor gut zwei Wochen abgelehnt.

Ryanair stationiert sechs Flugzeuge in Rom-Fiumicino und bedient ab 18. Dezember drei neue Inlandsstrecken nach Catania, Palermo und Lamezia Terme. Hinzu sollen Flüge nach Brüssel-Zaventem und Barcelona-El Prat kommen. Schon jetzt fliegt Ryanair von der Basis Rom-Ciampino nach Alghero, Bari, Brindisi, Cagliari, Comiso und Trapani. Binnen eines Jahres sollen aber die meisten inneritalienischen Flüge nach Fiumicino verlegt und neue internationale Routen ab Ciampino eröffnet werden. Dafür soll die stationierte Flotte auf zehn bis zwölf Maschinen anwachsen.

Alitalia braucht nach hohen Verlusten weiterhin frisches Geld, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Verwaltungsrat und Aktionäre hatten im Oktober grünes Licht für eine dringend benötigte Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro gegeben. Durch die Ausgabe neuer Aktien konnte Alitalia Ende November zunächst 173 Millionen Euro einnehmen. Großaktionär Air France-KLM stimmte einem Rettungsplan zwar zu, beteiligte sich aber angesichts eigener Verluste nicht an der Kapitalerhöhung.

Auch die Italienischen Staatsbahnen winkten ab: „Wir sind nicht an einem Einstieg interessiert“, sagte deren Chef Mauro Moretti. Italienische Medien hatten zuvor spekuliert, dass die Bahn einen Minderheitsanteil erwerben könnte. Die Staatsbahnen haben bereits die Sanierung hinter sich und wiesen im letzten Jahr bei einen Gewinn von 380 Millionen Euro aus.

Der Verwaltungsrat stimmte zudem einem Stellenabbau zu. In einer ersten Runde sollen in der Verwaltung 2.000 der 14.000 Stellen wegfallen. Ferner soll die Mittelstreckenflotte schrumpfen. Gerade in diesem Bereich setzen vor allem die Billig-Anbietern wie Ryanair und Easyjet der Alitalia zu.

Vor fünf Jahren hatte Alitalia schon einmal vor dem Aus gestanden. Nach der Trennung von Altlasten wagte sie einen Neustart zusammen mit der früheren Konkurrentin Air One. Als wichtigster Aktionär kam Air France-KLM ins Boot.

Von: airliners.de
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