Ryanair: Weitere Piloten sagen geplante Streiks ab

18.12.2017 - 08:32 0 Kommentare

Der Billigflieger lenkt ein, die Gewerkschaften sagen Streiks ab: Ryanair will in dieser Woche mit Arbeitnehmervertretern verhandeln - allerdings lediglich mit einer Berufsgruppe.

Ryanair-CEO Michel O'Leary: Der Billigflieger hat die Streiks kurz vor Weihnachten offenbar abgewendet. Foto: © dpa, Frank Rumpenhorst

Wegen des Gesprächsangebots von Ryanair haben nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters mehrere europäische Gewerkschaften die für diese Woche geplanten Streiks abgesagt. Gleichzeitig kündigten sie konkrete Gesprächstermine mit dem irischen Billigflieger an. Wer wann redet:

  • Irland (Impact): Dienstag
  • Deutschland (VC): Mittwoch
  • Portugal (Spac): Donnerstag
  • Großbritannien (Ialpa) und Italien (Anpac): Januar 2018

Angaben: dpa und Reuters

Auch die Streiks der deutschen Vereinigung Cockpit (VC) sind vorläufig abgesagt. Die VC will am Mittwoch mit den Iren reden, warnt diese zugleich vor lediglich symbolischen Schritten. Sollte sich alles "als reine Hinhaltetaktik herausstellen, werden wir auf diese auf das Schärfste reagieren", sagte Gewerkschaftschef Ilja Schulz.

Hintergrund ist, dass Ryanair im Zwist mit seinen Piloten Ende vergangener Woche einlenkte hat und erstmals in der Firmengeschichte Gewerkschaften zulassen will. An der Börse war die Aktie daraufhin um mehr als acht Prozent eingebrochen.

"Wir bluffen nicht"

Der Low-Cost-Carrier machte am Wochenende aber eine Einschränkung: Ryanair sei allerdings nicht bereit, die Verhandlungen auf das Kabinenpersonal auszuweiten. Auch diese Gruppe verlangt die Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter für seine Belange. "Wir sprechen nur mit Piloten", betonte Manager Peter Bellew in mehreren Interviews.

Wir bluffen nicht. (...) Wir meinen es sehr ernst.

Ryanair-Manager Peter Bellew

Die Iren waren wiederholt in die Kritik geraten. Unter anderem soll es dort laut VC keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, aber umstrittene Dienstplanregeln und viele in Scheinselbstständigkeit arbeitende Kollegen geben. Den Anteil selbstständiger Piloten schätzen Kenner auf rund ein Drittel.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: "Personalprobleme sind der Hauptgrund" Interview

Von: cs
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