Ryanair wegen zu hoher Gebühren abgemahnt

28.02.2008 - 17:54 0 Kommentare

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat von der Wettbewerbszentrale im hessischen Bad Homburg eine Abmahnung wegen zu hoher Passagiergebühren erhalten. Sie seien in einigen Fällen höher als vom Gesetzgeber festgelegt, sagte eine Sprecherin der Zentrale am Donnerstag auf Anfrage. So seien unter anderem an den Flughäfen Berlin-Schönefeld und Lübeck zu hohe Gebühren ausgewiesen worden. Die Kontrollinstitution gegen unlauteren Wettbewerb forderte Ryanair auf, die Gebühren bis zum 10. März zu senken.

Der Billigflieger Ryanair hat erneut Ärger wegen zu hoher Gebührenforderungen bekommen. Das Unternehmen wurde am Donnerstag von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg wegen falscher Preisangaben abgemahnt. «Passagieren wurden Luftsicherheitsgebühren berechnet, die nicht den festgelegten Beträgen entsprechen. Das ist irreführend und wettbewerbswidrig», sagte Ulrike Blum von der Wettbewerbszentrale dem dpa-Themendienst. Sie bestätigte damit einen Bericht des Radiosenders SWR3.

Ryanair-Passagiere in Berlin-Schönefeld hätten 5,78 Euro statt der vom Bundesverkehrsministerium vorgeschriebenen Gebühr von 5,29 Euro zahlen müssen, sagte Blum. Auch am Flughafen Lübeck seien Fluggästen rund 50 Cent pro Flug zu viel berechnet worden. Laut SWR3 fielen am Flughafen Hahn im Hunsrück gar mehr als fünf Euro zu viel an Gebühren an. Inzwischen hat der Billigflieger nach eigenen Angaben reagiert: Man habe die bei der Ticketbuchung erhobenen Steuern umgehend an die in den vergangenen Monaten leicht gesunkenen Gebühren in Deutschland angepasst, sagte Ryanair-Sprecher Peter Sherrard auf Anfrage.

Das irische Unternehmen war zuletzt wegen der Angaben zu den Flugkosten auf seiner Internetseite mit der britischen Verbraucherschutzbehörde OFT aneinandergeraten. Medienberichten zufolge musste Ryanair seinen Internet-Auftritt komplett erneuern, weil die Handelsaufsichtsstelle die Preisangaben als unzulässig ansah. Wegen des Webseiten-Umbaus konnten Passagiere vom vergangenen Freitag an drei Tage lang keine Flüge online bei Ryanair buchen.

Betroffene Passagiere können allerdings wenig tun, wenn ihnen überhöhte Gebühren abverlangt wurden. «Eine Klage lohnt sich bei den Beträgen nicht», sagte Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei künftigen Buchungen sollten Kunden Fluggebühren aber genau prüfen: «Es ist ohnehin fragwürdig, dass Billigflieger die Gebühren extra berechnen, anstatt direkt den Gesamtpreis anzugeben», sagte Castelló. «Aber wenn sie die Kosten schon separat aufführen, dann müssen sie auch stimmen.»

Von: ddp, dpa
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