Ryanair kündigt großes Wachstum in Frankfurt an

28.02.2017 - 13:45 0 Kommentare

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat noch vor dem Start im Sommer weitere Flugzeuge für die neue Basis in Frankfurt angekündigt. Zum Winter soll das Engagement des Billigfliegers am größten Lufthansa-Drehkreuz deutlich wachsen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert am 28.02.2017 nach einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert am 28.02.2017 nach einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.
© dpa

Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Frankfurt. Der Airport ist auch ein Drehkreuz der Lufthansa.

Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Frankfurt. Der Airport ist auch ein Drehkreuz der Lufthansa.
© dpa - Andreas Arnold

Eine Ryanair-Maschine steht am Airport Hamburg.

Eine Ryanair-Maschine steht am Airport Hamburg.
© dpa - Daniel Bockwoldt

Ryanair hat eine deutliche Ausweitung des Flugangebots am Flughafen Frankfurt angekündigt. Im kommenden Winterflugplan sollen insgesamt sieben Flugzeuge am Frankfurter Flughafen stationiert werden, kündigte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt an.

Insgesamt sollen im Winter 24 Strecken im Frankfurter Flugplan der Lowcost-Airline stehen. Dabei werde Ryanair Frankfurt am Main mit einem "dicht getakteten Flugangebot" mit "wichtigen europäischen Geschäftszentren" verbinden. Ryanair sei nicht interessiert, der Lufthansa auf innerdeutschen Strecken Konkurrenz zu machen.

O'Leary sagte, mit dem nun vorgestellten Winterflugplan werde Ryanair mehr als 2,3 Millionen Passagiere pro Jahr von und nach Frankfurt befördern. Langfristig will Ryanair demnach am größten deutschen Flughafen zwischen zehn und 20 Maschinen stationieren. Acht bis zehn Millionen Passagiere erhofft sich das Unternehmen dann. Der Flughafen Frankfurt werde aber "niemals eine sehr große Basis" für Ryanair werden.

Ryanair-Angebot ab Frankfurt

Ab Sommer 2017: Alicante (täglich, Winter: 3 x wöchentlich), Faro (täglich, Winter: 3 x wöchentlich), Malaga (täglich, Winter: 4 x wöchentlich) und Palma de Mallorca (täglich, Winter: 4 x wöchentlich)
Ab Winter 2017/18: Athen (täglich), Barcelona (täglich), Brindisi (3 x wöchentlich), Catania (4 x wöchentlich), Glasgow (täglich), Gran Canaria (2 x wöchentlich), Krakau (täglich), Lanzarote (2 x wöchentlich), Lissabon (täglich), London (2 x täglich), Madrid (täglich), Mailand (täglich), Manchester (6 x wöchentlich), Pisa (3 x wöchentlich), Porto (täglich), Sevilla (3 x wöchentlich), Teneriffa (3 x wöchentlich), Toulouse (4 x wöchentlich), Valencia (täglich) und Venedig (täglich).

Die Vorausbuchungen für den Sommer in Frankfurt verlaufen O'Leary zufolge derweil auf "Rekord"-Niveau. Ryanair hatte zum Start der neuen Flugplanperiode im März eine Basis mit zunächst zwei Maschinen und vier Warmwasser-Destinationen in Frankfurt angekündigt.

Fraport setzt auf Billigflieger

Bislang hatte Ryanair den Frankfurter Flughafen wegen operationeller Engpässe und zu hoher Gebühren gemieden. Fraport belohnt Airlines im Zuge einer neuen Entgeltordnung neuerdings aber mit Gebührennachlässen, wenn sie mehr Fluggäste nach Frankfurt bringen.

Die bei Stammkunden wie Lufthansa oder Condor auf wenig Gegenliebe stoßende Gebührenordnung ist Teil einer neuen Flughafen-Strategie für mehr Lowcost am Platz. Bislang konzentriert sich der Flughafen auf Umsteigeverbindungen und Netzwerk-Carrier. Laut Fraport-Chef Stefan Schulte liegt der Anteil der Billigflug-Passagiere in Frankfurt bisher lediglich bei vier Prozent. Wenn die Kunden aber immer mehr Billigangebote buchen wollen, müsse sich der Flughafen darauf einrichten.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Streit um Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen

Neben neuen Gebühren geht es dabei auch um operative Belange. Zuletzt hatte Schulte Ryanair sogar in Aussicht gestellt, dass ihre Flugzeuge nach der Landung in Frankfurt ähnlich schnell wieder abheben können wie etwa am Hunsrück-Airport Hahn. Jetzt prüft der Flughafenbetreiber umfangreiche bauliche Maßnahmen, um die speziellen Anforderungen der Lowcost-Airlines auch an dieser Stelle zu erfüllen. Im Gespräch sind ein weiterer Ausbau des Terminals 2 sowie ein Abfertigungsgebäude in Leichtbauweise im Süden des Flughafengeländes.

Ob diese neue Strategie letztlich aufgeht, muss sich noch zeigen. So hatte Vueling ihre Barcelona-Route nach der Ryanair-Ankündigung wieder zurückgezogen. Gleichzeitig hat aber auch Wizz Air den Flughafen Frankfurt neu ins Proramm genommen. Selbst der Lufthansa-Billigableger Eurowings hat bereits angekündigt, Frankfurt anzusteuern, wenn auch erst zum Sommer 2018. Mit der heutigen Ankündigung ist Ryanair ihrer neue Konkurrenz in Deutschland nun zuvorgekommen.

© dpa, Vegard Wivestad Grott Lesen Sie auch: "Eigentlich sind wir schon Nummer Zwei in Deutschland"

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Der irische Carrier hat im vergangenen Jahr erstmals mehr Passagiere gezählt als die Lufthansa Group. Deutschland ist für Ryanair ein wichtiger Markt: Der Anteil soll hierzulande in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Von: dh mit dpa
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