Ryanair kurbelt ihr Wachstum in Deutschland an

05.10.2016 - 12:59 0 Kommentare

Mit dem Ausbau von Basen greift Ryanair in Deutschland an. Den Rückzug von Air Berlin aus der Fläche nehmen die Iren dabei wohlwollend zur Kenntnis. Ärgerlicher ist man über die geplante Zusammenarbeit mit Lufthansa.

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair
© AirTeamImages.com - Bill Blanchard

David O'Brian ist Chief Commercial Officer bei Ryanair.

David O'Brian ist Chief Commercial Officer bei Ryanair.
© dpa - Vegard Wivestad Grott

Kenny Jacobs ist Marketing-Chef bei der irischen Ryanair.

Kenny Jacobs ist Marketing-Chef bei der irischen Ryanair.
© Ryanair

Im Rahmen der Vorstellung des kommenden Sommerflugplans für Hamburg hat sich Ryanair auch zu den aktuellen Entwicklungen rund um Air Berlin geäußert.

Die momentane Situation bei Air Berlin mache die Flughafenbetreiber in Deutschland nervös, sagte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs jetzt: "Wir erhalten immer mehr Anrufe, da die Flughäfen mit Ryanair über das Potenzial neuer Routen sprechen wollen."

Während sich Air Berlin demnächst aus der Fläche und damit auch aus Hamburg komplett zurückziehen will, wird Ryanair zum Winter eine Basis am Platz eröffnen, zunächst zwei Flugzeuge vor Ort stationieren und zahlreiche Routen neu aufzunehmen. Zum Sommer stehen dann insgesamt 16 Verbindungen im Flugplan, darunter erliche klassische Air-Berlin-Routen.

Die finanziell angeschlagene deutsche Airline hatte in der vergangenen Woche eine radikale Neuausrichtung angekündigt. Mit halbierter Flotte will sie sich voll auf die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf konzentrieren.

Das touristische Geschäft soll derweil mit Tuifly zu einem neuen Airlineverbund verschmolzen werden. Weitere 40 Flugzeuge wird Air Berlin ab dem Sommer zudem für Lufthansa betreiben – vor allem für deren neuen Billigflieger Eurowings.

Ryanair kritisiert Air-Berlin-"Scheinzusammenschluss" mit Lufthansa

Diese Verschiebung von Kapazitäten bezeichnete Ryanair-COO David O’Brien jetzt in Hamburg gegenüber Bloomberg als "Scheinzusammenschluss". Man müsse die Details abwarten, aber das Thema könne sich als EU-kartellrechtlich fragwürdig herausstellen.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot/Alun Morris Jones, Kollage: a.de Lesen Sie auch: Air Berlin hebt schon bald für Eurowings ab

Ungeachtet dessen zeigte sich Ryanair-Marketingchef Jacobs in Anbetracht der aktuellen Konsolidierung am Himmel über Deutschland gelassen: "Die Ryanair-Angebote werden sich in ganz Deutschland durchsetzen, egal was mit Air Berlin passiert", zitiert Bloomberg den Ryanair-Manager.

Unser Ziel ist klar: Platz Zwei in Deutschland

Ryanair Chief Marketing Officer Kenny Jacobs in Hamburg vor Journalisten.

Schon seit langem sieht Ryanair Deutschland als Markt für Expansionen. Der Marktanteil des europäischen Lowcost-Primus soll hierzulande von aktuell fünf auf rund 20 Prozent wachsen. Das soll nun sogar noch schneller gehen.

Nach der Brexit-Entscheidung will Ryanair ohnehin verstärkt Flugzeuge in Kontinentaleuropa stationieren, hieß es vor kurzem. Davon profitieren aktuell neben Hamburg auch andere deutsche Flughäfen. Zum Winter etwa ist bereits eine neue Ryanair-Basis in Nürnberg angekündigt. Auch in Berlin-Schönefeld baut Ryanair derzeit aus.

© dpa, EPA/Olivier Hoslet Lesen Sie auch: Ryanair-Chef: "Air Berlin und Eurowings stehen vor dem Aus"

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Viele verschiedene Airlines waren in diesem Sommer am Himmel zu sehen - hier 15 von ihnen plus die verschwundene Air Berlin. So performten die Airlines im Sommer

    Bilanz 30 Prozent mehr Flüge als im Sommer 2017 haben die 15 wichtigsten Airlines auf dem deutschen Markt in diesem Sommer angeboten. Gleichzeitig wuchsen auch die Probleme massiv. Mit schweren Folgen.

    Vom 26.10.2018
  • Flugzeuge von Lufthansa, Eurowings, Air Berlin und Ryanair stehen am Flughafen von Hamburg. Der deutsche Luftverkehr nach Air Berlin

    Gastbeitrag Das Ende von Air Berlin hat den Luftverkehr durcheinander gewirbelt, analysiert Experte Manfred Kuhne und sagt: Die weitere Entwicklung hängt von der Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland ab.

    Vom 14.08.2018
  •  Der Niki-Nachlass - mehrfach aufgeteilt und fehlverplant

    Gastbeitrag Aviation-Management-Professor Christoph Brützel analysiert, wie ein Jahr nach dem Konkurs von Air Berlin deren Angebot und Kapazitäten im touristischen Flugmarkt neu verteilt sind. Fazit: Es haben sich viele daran probiert - auch wenn die Voraussetzungen nicht stimmten.

    Vom 16.08.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus