Ryanair registriert 50 Jets bei neuer Tochtergesellschaft "Malta Air"

11.06.2019 - 14:25 0 Kommentare

Die irische Ryanair hat jetzt eine Tochtergesellschaft auf der Mittelmeerinsel Malta. Mit zunächst sechs Flugzeugen geht Malta Air an den Start. Daneben sollen zahlreiche Jets aus dem Ausland dort registriert werden.

Michael O'Leary und Vertreter der maltesischen Regierung bei der Vertragsunterzeichnung. - © © Ryanair -

Michael O'Leary und Vertreter der maltesischen Regierung bei der Vertragsunterzeichnung. © Ryanair

Ryanair übernimmt ihren jungen maltesischen Start-up-Partner Malta Air, wie die Airline am Dienstag in Dublin mitteilte. Dann wollen die Iren sechs eigene Boeing-Maschinen und 200 Besatzungsmitglieder auf den neu erworbenen Flugbetrieb übertragen und die dortige Flotte ausbauen.

Zudem will Ryanair in Deutschland, Frankreich und Italien stationierte Flugzeuge und Besatzungen auf die maltesische Tochter ummelden. Der Deal soll bis Ende Juni umgesetzt werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Hintergrund ist den Angaben zufolge das unterschiedliche Steuerrecht in den einzelnen Staaten. So müssen die Besatzungen der in Dublin angemeldeten Flugzeuge ihre Einkommen den Angaben zufolge bisher in Irland versteuern. Durch die Anmeldung der Jets auf die maltesische Tochter könnten sie dies künftig in ihren Heimatländern tun. Ryanair wolle dazu in den kommenden Jahren mehr als 50 weitere Maschinen in Malta registrieren, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Eine Animation einer Boeing 737 in der künftigen Malta-Air-Livery. Foto: © Ryanair

Die "Times of Malta" hatte zuvor bereits berichtet, dass die neue Airline sämtliche Ryanair-Operations auf der Mittelmeerinsel übernehmen solle. Nach Angaben der Zeitung habe sich Ryanair, beziehungsweise im weiteren Verlauf die Tochter, außerdem verpflichtet, mehrere neue Routen aufzunehmen und die vor Ort stationierte Flotte auf zehn Flugzeuge zu vergrößern. Darüber hinaus sollten Kapazitäten für Wartung und Reparatur von Flugzeugen in Malta geschaffen werden.

Vetorecht der Regierung bei Verkauf

Die Regierung von Malta werde so genannte "Goldene Aktien" halten, um im Falle eines Verkaufs ein Vetorecht zu haben. Malta habe eine gewissen Abhängigkeit von Ryanair und wolle daher die Airline an die Insel binden, wie ein Regierungsbeamter der "Times of Malta" sagte.

Malta will sich der Zeitung zufolge zunehmend als Transitland positionieren und hoffe unter anderem durch die neue Generation von Mittelstreckenjets darauf, als Hub fungieren zu können.

Malta Air hätte mit einer Flotte von zehn Flugzeugen eine ähnliche Größe wie der Flag-Carrier Air Malta, der derzeit nach eigenen Angaben ebenfalls zehn Maschinen betreibt. In Kürze wird die Flotte aber auf elf Flugzeuge anwachsen und die Fluggesellschaft prüft, ob ein weiteres Wachstum auf 14 Maschinen sinnvoll ist. Nach Angaben von "routesonline.com" hat Air Malta letztes Jahr erstmals seit fast 20 Jahren einen Gewinn eingeflogen.

© dpa, Herbert Neubauer/APA Lesen Sie auch: Warum Ryanair auf einmal zukauft Analyse

Von: hr, dpa
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