Ryanair hebt in Tegel ab

30.05.2018 - 17:32 0 Kommentare

Ab Juni fliegt Ryanair unter anderem ab Berlin-Tegel - im Wet-Lease für Lauda Motion. Die Österreicher verdreifachen beinahe ihr Engagement in Deutschland. Künftig wollen sie aber vor allem mit eigenen Maschinen wachsen.

Flugzeug von Ryanair am Airport Berlin-Tegel. - © © Fotos: AirTeamImages.com, Montage: airliners.de -

Flugzeug von Ryanair am Airport Berlin-Tegel. © Fotos: AirTeamImages.com, Montage: airliners.de

Ein ungewohntes Bild: Am Freitag hebt das erste Mal eine Boeing 737 von Ryanair in Berlin-Tegel ab. Doch die Flüge werden in diesem Sommer nicht unter eigener "FR"-Flugnummer durchgeführt; Ryanair fliegt für Lauda Motion. Statt bisher drei Maschinen sind ab Juni in Deutschland 15 Flugzeuge unter "OE"-Flugcode unterwegs, sagte Lauda-Motion-Geschäftsführer Andreas Gruber im Gespräch mit airliners.de

Denn Ende Mai endet auch der Wet-Lease von Lauda Motion für Eurowings: Fünf eigene Flugzeuge können also wieder in der eigenen Flotte eingesetzt werden, die natürlich anteilsmäßig auch den Liniendienst ab anderen Ländern unterstützt. Gleichzeitig stellt Ryanair bei der Niki-Nachfolge-Airline zehn Maschinen in den Dienst.

Lauda Motion stockt Marktanteil kräftig auf

Dadurch nimmt der Marktanteil von Lauda Motion am deutschen Markt erheblich zu - wenn auch auf sehr kleinem Niveau. So verdreifachen sich die Kapazitäten hierzulande beinahe von knapp 0,7 auf gut 1,9 Prozent:

Die Grafiken zeigen die Anteile von verschiedenen Ländern am Abflugplan von Lauda Motion (großer Kreis) und jene der Airline am deutschen Markt - vor dem Start des Ryanair-Wet-Leases und nachher. Quelle: ch-Aviation, Darstellung: airliners.de

Stationiert sind die Flugzeuge von Ryanair für Lauda Motion in Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt und Köln/Bonn. Daneben werden auch Flüge unter "OE"-Code ab Hamburg, Hannover, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Paderborn/Lippstadt und Stuttgart angeboten. An allen Airports kommt sowohl Ryanair-Fluggerät als auch jenes von Lauda Motion selbst zum Einsatz.

2019 doppelt so viele eigene Flugzeuge

Wachstum will der österreichische Carrier hingegen vor allem durch eine vergrößerte eigene Airbus-Flotte generieren - so sollen im kommenden Jahr laut Gruber rund doppelt so viele eigene Flugzeuge in Deutschland unterwegs sein, womit sich das Engagement der Iren in Form von fliegendem Gerät bei Lauda Motion natürlich reduziert.

Doch erst einmal gibt Ryanair Starthilfe, denn die Iren wollen sich die um die ehemalige Air-Berlin-Tochter Niki erweiterte Airline von Gründer Niki Lauda einverleiben. Lauda Motion hebt seit Ende März ab. Kurz nach dem Start verkündete Lauda eine Kooperation mit Ryanair: Die Iren kaufen zunächst für 50 Millionen Euro ein Viertel von Lauda Motion und wollen vorbehaltlich der EU-Zustimmung auf 75 Prozent aufstocken. Schon in wenigen Jahren könnte sich Lauda komplett von seiner Airline verabschieden.

Geringe Gewinnerwartung von O'Leary

Insgesamt wollen die Iren Lauda Motion zunächst noch einmal 50 Millionen Euro Starthilfe geben, allerdings stellte Airline-Chef Michael O'Leary jüngst klar, dass sie auch bereit sein, mehr zu investieren. Zudem erwarte er von der österreichischen Airline bis 2020 keinen Gewinn. Er setzte Wachstum als oberstes Ziel auf die Agenda.

Dies hat womöglich den Hintergrund, dass Lauda Motion als Ryanair-Tochter den Iren schon im kommenden Jahr einen großen Zugewinn auf der Slot-Seite bringt. Denn werden die Zeitfenster an wichtigen deutschen Airports auch in diesem Sommer mehrheitlich unter "OE"-Flugcode, gehen sie 2019 via "Grandfathering" ebenfalls an Lauda Motion - und damit der Ryanair-Gruppe. Die Iren könnten also schon bald selbst an zentralen deutschen Airports abheben.

© dpa, Herbert Neubauer/APA Lesen Sie auch: Warum Ryanair auf einmal zukauft Analyse

Von: cs
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