So will Ryanair in Deutschland wachsen

12.10.2015 - 12:26 0 Kommentare

Für Ryanair ist Deutschland aktuell der wichtigste Wachstumsmarkt. Wie der Billigflieger hierzulande zur zweitgrößten Fluggesellschaft aufsteigen will, erzählte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt in Dublin.

Ryanair-CEO Michael O'Leary  - © © dpa - Thomas Frey

Ryanair-CEO Michael O'Leary © dpa /Thomas Frey

Europas größter Billigflieger Ryanair will in Deutschland deutlich wachsen. Von aktuell rund fünf auf 20 Prozent soll der Marktanteil hierzulande in den nächsten fünf Jahren ausgebaut werden. Erreicht werden soll das Wachstum zum Beispiel mit einer Ausbreitung in der Fläche. Das sagte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt zu Journalisten in Dublin. Auch airliners.de war auf Einladung vor Ort.

Nach Stuttgart und Köln/Bonn wolle die Airline weiter auf große deutsche Airports drängen, ohne dabei ihr Engagement an den kleineren Standorten wie Weeze oder Memmingen aufzugeben, skizzierte O'Leary die Deutschland-Strategie seiner Airline.

Zunächst keine weiteren innerdeutschen Flüge

Die Verbindung Köln/Bonn-Berlin bleibt allerdings in den nächsten zwei Jahren die einzige innerdeutsche Strecke von Ryanair. Erst in zwei Jahren wird es weitere innerdeutsche Strecken geben, so O'Leary. Bis dahin liege der Fokus auf point-to-point-Verbindungen von und nach Deutschland. Das heißt: Der Wettbewerb auf den innerdeutschen Rennstrecken wie zum Beispiel Berlin-München oder Hamburg-München bleibt zunächst aus.

Die Chancen, dass Ryanair ihre angestrebten 20 Prozent Marktanteil in Deutschland erreicht und damit Air Berlin von Platz zwei verdrängt, schätzt O'Leary als sehr gut ein:

"Air Berlin fährt einen Verlust nach dem anderen ein. Die Airline arbeitet hart daran, sich selbst vom Markt zu nehmen. Und auch die Lufthansa hat Schwierigkeiten."

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Lufthansa steckt zum Beispiel noch immer in einem Tarifkonflikt, unter anderem mit den Piloten.

O'Leary kündigte außerdem an, neue Flugzeuge in Deutschland zu stationieren und weitere Basen zu eröffnen. Details wollte er nicht nennen. Den Anfang machen wird aber der Flughafen Berlin-Schönefeld. Wie bereits bekannt, eröffnet Ryanair dort ihre Basis am 27. Oktober. Es werden zunächst fünf Maschinen stationiert.

Ryanair spricht mit Lufthansa über Zusammenarbeit

Gleichzeitig peilt der Ryanair-Chef auch Kooperationen an, um den Marktanteil in Deutschland zu steigern - zum Beispiel mit der Lufthansa. Auch wenn der Lufthansa-Hub in Frankfurt weiterhin nicht auf der Flughafen-Wunschliste von Ryanair steht, wären für O'Leary durchaus Zubringerflüge für die Langstreckenverbindungen von Deutschlands größter Airline denkbar.

"Ich habe mich schon öfter mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr getroffen, um die Zukunft zu besprechen", sagte O'Leary. Allerdings gebe es noch keine spruchfesten Ergebnisse.

Konkrete Vorstellungen hat der Airline-Chef aber schon, was die Zusammenarbeit angeht: Dienste unter gemeinsamen Flugnummern - also Codesharing - werde es nicht geben. Und bei verpassten Anschlussflügen müsse die Partner-Airline haften, so O'Leary.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Ryanair sieht in Lufthansa und Air Berlin "schwache Konkurrenz"

Der neue Hauptstadtflughafen BER ist für Ryanair übrigens keine Option. Man werde auch nach der Eröffnung im alten Schönefelder Terminal bleiben, kündigte O'Leary an und ergänzt: "Wir würden auch nach Tegel gehen, falls der Flughafen offenbleibt."

Letzteres scheint jedoch aus heutiger Sicht unrealistisch. Berlin-Tegel soll im Frühjahr 2018 schließen - in jedem Fall ein halbes Jahr nach BER-Eröffnung. Da der neue Hauptstadtflughafen jedoch schon bei seiner Eröffnung zu klein sein wird, wollen die Betreiber das benachbarte alte Schönefelder Terminal noch meherere Jahre am Netz lassen.

Marktanteile in Deutschland nach Sitzen in Prozent
Kapazität in Prozent
Lufthansa 35.00
Air Berlin 13.36
Germanwings 9.50
Ryanair 4.82
Easyjet 2.89
Condor 2.66
Turkish Airlines 1.85
Tuifly 1.78
Sunexpress 1.47
British Airways 1.46

Quelle: ch-aviation.com, Stand 12.10.2015

Von: ch
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