Ryanair weist Sozialdumping-Vorwürfe entschieden zurück

15.11.2016 - 15:27 0 Kommentare

Nach der Ankündigung der Ryanair-Pläne für den Flughafen Frankfurt ist erneut Kritik an den Arbeitsbedingungen für die Piloten der Low-Cost-Airline aufgekommen. Diese hat die irische Fluggesellschaft nun zurückgewiesen.

Robin Kiely - © © Ryanair -

Robin Kiely © Ryanair

Der irische Billigflieger Ryanair steht hierzulande seit längerem wegen der Arbeitsbedingungen seiner Piloten in der Kritik. Nach der Ankündigung, künftig auch vom Flughafen Frankfurt aus fliegen zu wollen, ist diese erneut aufgekommen. Zu Unrecht, hieß es jetzt seitens der Low-Cost-Airline.

Wenn der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel erkläre, die Fluglinie stehe für schlechte Arbeitsbedingungen, die Verhinderung von Gewerkschaftsarbeit sowie die Ablehnung von Tarifverträgen, so sei dies nicht wahr, teilte Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely auf Nachfrage von airliners.de mit.

"Sehr gute Arbeitsbedingungen" bei Ryanair

Nach der irischen Verfassung hätten alle Arbeitnehmer das Recht, einer Gewerkschaft beitreten zu können, so Kiely. "Kürzlich haben wir Fünf-Jahres-Vereinbarungen zu Gehalt und Arbeitsbedingungen mit allen unseren 85 Piloten-Basen geschlossen. Die Piloten und das Bordpersonal bei Ryanair arbeiten unter sehr guten Arbeitsbedingungen."

Nach Unternehmensangaben arbeiten bei Ryanair derzeit rund 3500 Piloten. Sie könnten bis zu 170.000 Euro pro Jahr verdienen, so Kiely. Zudem würden sie weniger als 18 Stunden pro Woche fliegen, nach Dienstplänen mit fünf Arbeitstagen und vier freien Tagen arbeiten und Gehaltserhöhungen erhalten.

Die Piloten seien entweder direkt bei Ryanair - das gelte für mehr als 50 Prozent - oder über das sogenannte "Contractor-Modell" über Personaldienstleister angestellt. Letzteres "erfährt seine Berechtigung innerhalb der Luftfahrtindustrie, da es sowohl rechtens als auch zufriedenstellend ist und Ryanair sich vollkommen konform mit dem europäischen Arbeitsrecht verhält", teilte Kiely weiter mit.

Deutsche Pilotenvertreter kritisieren Contractor-Modell

Das sieht man bei der deutschen Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit anders. Bereits Mitte September hatte sie neue Arbeitsverträge für die in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten kritisiert und als "modernes Sklaventum" bezeichnet. Und erst unlängst legte VC-Präsident Ilja Schulz nach und bezeichnte die Verträge als in Deutschland größtenteils schlichtweg illegal. Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, unzulässige Befristungen und kein garantiertes Grundgehalt, so die Kritik.

© AirTeamImages.com, Danish Aviation Photo Lesen Sie auch: VC bezeichnet neue Verträge für Ryanair-Piloten als "Sklaventum"

Doch auch dies sei nicht wahr, so Kiely. "Ryanair geht bei krankheitsbedingten Ausfällen aller Piloten standardmäßig vor. Diese können und dürfen sich regulär krankmelden." Fragen von airliners.de zur Höhe einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und zu einem garantierten Grundgehalt ließ er allerdings offen.

© dpa, EPA/Bax Lindhardt Lesen Sie auch: Ryanair-Chef äußert sich zu Sozialdumping-Vorwürfen

Von: gk
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