Ryanair nutzt SÖP für verbindliche Mediation

08.03.2019 - 09:36 0 Kommentare

Ryanair erkennt ab sofort die Empfehlungen der "Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr" (SÖP) rechtsverbindlich an. Damit ist der Billigflieger die erste europäische Fluggesellschaft.

Ryanair am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Andreas Arnold

Ryanair am Flughafen Frankfurt. © dpa /Andreas Arnold

Ryainair erkennt als erste europäische Airline die Empfehlungen der deutschen Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) als verbindlich an. Das teilte die Fluggesellschaft jetzt mit.

Die SÖP ist in Deutschland die gesetzlich anerkannte Schlichtungsstelle, bei der sich Reisende von Bahn, Bus, Flugzeug oder Schiff beschweren können. Der Vorteil einer Schlichtung gegenüber einer Klage ist, dass erstere in der Regel für den Verbraucher kostenlos abläuft.

Voraussetzung ist allerdings, dass das Unternehmen sich zur Schlichtung bereiterklärt. Die Stelle kann außerdem nur Empfehlungen aussprechen. Ob die Unternehmen oder Verbraucher diese anerkennen, bleibt ihnen überlassen. Ryanair erkennt die SÖP-Vorschläge nun an.

Ausnahme seien Kundenbeschwerden, "in denen eine grundsätzliche Rechtsfrage, die für die Bewertung der Streitigkeit erheblich ist, noch nicht geklärt ist", wie Marketingchef Kenny Jacobs am Donnerstagabend erklärte.

Verbraucherschutzministerium begrüßt den Schritt

Der Staatssekretär im Justiz- und Verbraucherschutzministerium, Gerd Billen, begrüßte Ryanairs Schritt. Die Fluglinie komme damit einer wichtigen Forderung des Ministeriums nach. "Ich würde mir wünschen, dass dieser Schritt bald weitere Nachahmer findet", sagte er dem "Handelsblatt".

Das Einklagen von EU-Passagierentschädigungen war in den letzten Jahren zu einem Geschäft geworden. Zahlreiche private Agenturen nehmen verunsicherten Kunden die Anträge in klaren Entschädigungsfällen ab und verlangen dafür nicht selten zweistellige Provisionsmargen.

© dpa, Peter Kneffel Lesen Sie auch: Verbraucherschützer sehen Flugrechteportale kritisch

Die SÖP ist in Deutschland seit 2013 aktiv und soll als Mediator unnötige Gerichtsverfahren verhindern. Von der Vermittlungsmöglichkeit sollen nicht nur die Passagiere etwas haben - auch die Fluggesellschaften sparen dadurch Zeit und Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

Von: dh mit AFP
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