Ryanair-Piloten terminieren neue Streiks

Exklusiv 13.07.2018 - 07:24 0 Kommentare

Nach dem unternehmensweit ersten Pilotenstreik steht Ryanair vor einem neuen Arbeitskampf im Cockpit: Die irische Ialpa hat bereits zwei neue Streiktage angesetzt. Und auch in Deutschland drohen Ausstände.

Streikender Ryanair-Pilot der irischen Ialpa: Erneute Arbeitsniederlegungen angekündigt. - © © dpa - Brian Lawless/PA Wire

Streikender Ryanair-Pilot der irischen Ialpa: Erneute Arbeitsniederlegungen angekündigt. © dpa /Brian Lawless/PA Wire

Die in der irischen Gewerkschaft Forsa organisierten Ryanair-Piloten wollen erneut zwei Tage streiken. Nach airliners.de-Informationen aus Gewerkschaftskreisen ruft die Forsa-Division Ialpa ihre Mitglieder dazu auf, am 20. Juli (Freitag) und am darauffolgenden Dienstag (24. Juli) erneut ab jeweils ein Uhr nachts für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen.

Noch vor dem ersten Pilotenstreik bei Ryanair am gestrigen Donnerstag habe man mit dem Management des Billigfliegers verhandelt, heißt es in Forsa-Kreisen. Erneut soll der Vorschlag eines Schlichters abgelehnt worden sein: "Das ist bedauerlich", so die Arbeitnehmervertreter.

Urabstimmung in Deutschland

Bereits am Donnerstag hat es eine Premiere bei Ryanair gegeben: der erste ordentliche Streik von Cockpit-Personal bei dem Billigflieger. Dazu aufgerufen hatte ebenfalls die Ialpa. Nach Ryanair-Informationen fielen 30 Flüge ab Irland aus. Zudem seien lediglich rund ein Drittel der irischen Ryanair-Piloten in der Gewerkschaft organisiert, so der Low-Cost-Carrier.

© dpa, Brian Lawless/PA Wire Lesen Sie auch: Erster Pilotenstreik bei Ryanair

Auch in Deutschland droht dem Billigflieger im Sommer Ungemach. Noch bis Ende Juli hat die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einer Urabstimmung über unbefristete Streiks bei Ryanair aufgerufen.

Die VC hatte die Tarifverhandlungen für die rund 400 in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten ergebnislos abgebrochen. Man komme keinen Millimeter voran, sagte VC-Präsident Martin Locher damals im Interview mit airliners.de.

Auch in der Kabine stehen Streiks an

Und auch die Ryanair-Flugbegleiter pochen auf eine Tarifvereinbarung. Nach den unternehmensweit ersten Kabinen-Streiks im April im Portugal, stehen Ende des Monats weitere Ausstände von Flugbegleitern in unter anderem Belgien und Spanien an.

Kernproblem ist das Anstellungsmodell der Iren: In der Kabine sind nach airliners.de-Informationen lediglich die jeweiligen Kabinenchefs beim Billigflieger angestellt. Im Cockpit verhält es sich ähnlich: Der Großteil der Piloten arbeitet als selbständige Ich-AG bei Ryanair ("Contractor Modell").

Forderungen

Um trotz tarifrechtlicher Landesgrenzen europaweit einheitlich agieren beziehungsweise abzustimmen zu können, haben sich Flugbegleiter sowie Piloten in der Eurecca (European Cabin Crew Association) und ITF und Eca (European Cockpit Association) organisiert. Die ECA formuliert für die Verhandlungen mit Ryanair folgende Ziele:

Dialogpartner: Vertreter können Ryanair-Piloten, die über Makleragenturen eingestellt werden, sowie offizielle Gewerkschaftsvertreter mit einschließen, unabhängig davon, ob sie für eine andere Fluggesellschaft fliegen oder nicht.

Beschäftigungsverhältnisse: Piloten sollen bei Ryanair direkt angestellt werden. Übrigens betrifft das Problem auch Kabinen-Crews: Hier sind erst jene ab dem Status des Pursers festangestellt, alle anderen kommen über Zeitarbeitsfirmen zu Ryanair.

Rechtsgrundlage: Es muss das Arbeitsrecht des jeweiligen Landes gelten, nicht per de das irische.

Karrierechancen: Ryanair-Piloten wollen den Carrier nicht mehr nur als Startpunkt ihrer beruflichen Laufbahn ansehen. Sie fordern transparente Aufstiegsmöglichkeiten. Auch ein Treueprogramm zur Mitarbeiterbindung wird hier gefordert.

Lohnniveau: Die Bezahlung sollte einheitlich transparent dargelegt werden und gleichzeitig regionale Anforderungen mit abdecken.

Die irischen Ryanair-Piloten sind aufgerufen, am Donnerstag für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. In einer Abstimmung hatten 99 Prozent der Ialpa-Mitglieder dem Ausstand zugestimmt. Nach dem zweistündigen Warnstreik der deutschen Cockpit-Crews im vergangenen Dezember ist dies der erste ordentliche Pilotenstreik bei Ryanair.

Von: cs
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