Ryanair-Piloten fordern neue Arbeitsverträge

22.09.2017 - 11:31 0 Kommentare

Ryanair muss tausende Flüge wegen fehlender Cockpitcrews streichen. Nach der Ankündigung von Bonuszahlungen erhöhen die Piloten nun den Druck und fordern regionale Verträge. Dem Management gefällt das gar nicht.

Flugzeuge der Ryanair. - © © dpa - Niall Carson/PA

Flugzeuge der Ryanair. © dpa /Niall Carson/PA

Mit mehr Geld will Ryanair seine Piloten unter anderem in Berlin und Frankfurt motivieren, Urlaubsansprüche zum Teil auf das kommende Jahr zu verschieben. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte, die Bonuszahlungen sollten helfen, weitere Flugstreichungen zu verhindern.

Ryanair braucht dringend mehr Piloten, um den Sommerflugplan aufrecht zu erhalten. Die Airline hatte angekündigt, täglich bis zu 50 ihrer mehr als 2500 Flüge zu streichen. Bis Ende Oktober wären das insgesamt rund 2000 Verbindungen.

Ihren Kapitänen bietet Ryanair nun eine Einmalzahlung von 12.000 Euro netto an. Seinen Copiloten bietet der Billigflieger einen "Loyalitätsbonus" von 6ooo Euro. Hinzu kommt eine generelle Gehaltserhöhung von rund 10.000 Euro im Jahr. Nach Angaben der BBC lehnte eine große Zahl von Ryanair-Piloten die Zahlungen allerdings ab.

Ein entsprechender Brief kursiert zudem in den sozialen Medien. Demzufolge fordern die Piloten, dass Ryanair grundsätzliche Änderungen an ihren Arbeitsbedingungen vornimmt. Dazu gehören unter anderem lokale Arbeitsverträge für verschiedene Basen.

© Flughafen Weeze, Lesen Sie auch: EuGH ermöglicht Klagen gegen Ryanair in Deutschland

Die Fluggesellschaft reagierte verschnupft auf das Schreiben. O'Leary stritt ab, dass der Brief von Ryanair-Mitarbeitern stammt. Es gäbe auch keine Gewerkschaft, mit der das Management der Airline verhandeln würde. Ryanair würde den Piloten nun "ein paar Goodies" anbieten. Sollten die Cockpitcrews das missbilligen, sei allerdings schnell wieder "Schluss mit Goodies".

Ryanair will mehr Piloten einstellen

Britischen Medien zufolge will Ryanair gleichzeitig neues fliegendes Personal einstellen. Schon in den kommenden zwei Wochen wolle der Low-Cost-Carrier den Angaben nach rund 120 zusätzliche Piloten einstellen.

Ryanair war von der irischen Luftfahrtbehörde dazu verpflichtet worden, die Freizeitansprüche ihrer Besatzungsmitglieder ab 2018 mit dem Kalenderjahr in Einklang zu bringen. Durch die sich daraus ergebenen kurzfristigen Urlaubsansprüche gibt es aktuell weder genug Piloten noch Flugbegleiter.

Auf der Ryanair-Aktionärsversammlung in Dublin entschuldigte sich Airline-Chef O'Leary erneut für das "selbstverschuldete Chaos", das die Airline nach eigenen Angaben etwa 25 Millionen Euro kostet. Keinen Zweifel ließ O'Leary derweil an seiner Gewinnprognose. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2018 will Ryanair den Gewinn auf 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro steigern.

Von: dh mit dpa
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