Ryanair kündigt deutschen Piloten neues Angebot an

06.08.2018 - 08:29 0 Kommentare

Den deutschen Piloten will Ryanair-Chef O'Leary am Freitag ein neues Angebot vorlegen. Die Frist dafür läuft allerdings heute aus. Und auch in Irland geht das Management auf die Cockpit-Crews zu.

Michael O'Leary. - © © dpa - Stian Lysberg Solum

Michael O'Leary. © dpa /Stian Lysberg Solum

Ryanair hat der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein neues Angebot angekündigt. Dieses solle am Freitag (10. August) bei einem Treffen erörtert werden, sagte ein Sprecher zu airliners.de. Ob die VC das Angebot annimmt, ist noch unklar.

Denn eigentlich hat die VC Ryanair bis zum heutigen Montag eine letzte Frist für ein Entgegenkommen gesetzt. Am Mittwoch (8. August) will die VC dann über das weitere Vorgehen informieren.

Ryanair streicht erneut fast 200 Flüge

Wahrscheinlich scheint ein Streik der deutschen Ryanair-Piloten am Freitag - an dem Tag streiken auch die Cockpit-Crews in Belgien, Irland und Schweden. Die Flugzeugführer aus den Niederlanden überlegen, sich ebenfalls an dem Ausstand zu beteiligen.

Ryanair hat für den Tag vorsorglich fast 200 Flüge in den drei Ländern gestrichen, die offiziell Streiks angekündigt haben. Allerdings wird intern schon geplant, wie flugplanerisch mit einem deutschen Streik an diesem Tag am besten umgegangen werden könnte, heißt es aus Ryanair-Kreisen.

In Irland soll ein Schlichter helfen

Indes scheinen sich der Billigflieger und seine Piloten in Irland anzunähern: Sie wollen einen Schlichter einsetzen. Die zuständige Gewerkschaft Forsa begrüßte diesen Schritt im Gespräch mit airliners.de: "Dass das Unternehmen diesen Schritt nicht an Bedingungen knüpft, ist eine unerwartete aber gute Entwicklung." Forsa dränge seit Wochen auf einen Schlichter.

Konsequenzen

Nach drei Streiks der irischen Piloten kündigte Ryanair jüngst Konsequenzen an: Zum Winter soll die Basis am Flughafen Dublin von jetzt 30 auf "höchstens" 24 Maschinen schrumpfen, beschloss der Verwaltungsrat. Die Flugzeuge sollen nach Polen verlegt und dort die Aktivitäten der neuen Charter-Tochter Ryanair Sun unterstützen. Dies liege zum einen an dem starken Zuspruch, den Ryanair Sun bekomme. Zum anderen wird die Entscheidung mit der schlechten Buchungsentwicklung infolge der Streiks begründet. Für Irland hat das weitreichende Folgen: 100 Piloten und 200 Flugbegleiter können mit nach Polen wechseln - oder arbeitslos werden.

© AirTeamImages.comges.com, Dirk Grothe Lesen Sie auch: Ryanair - die zerrissene Airline Hintergrund

Als Schlichter könnte der unabhängige Arbeitsexperte Kieran Mulvey zum Einsatz kommen - allerdings frühestens ab kommender Woche (14. August). Daher rüttelt die Gewerkschaft nach eigenen Angaben nicht am fünften Streiktermin am Freitag.

Klage gegen Ryanair in Spanien

In Spanien haben die Piloten von Ryanair zwar noch nicht gestreikt, allerdings pochen auch sie auf "humanere Arbeitsbedingungen". Ihnen gehe es in erster Linie nicht um eine bessere Bezahlung, teilt die Gewerkschaft Sepla mit. <>Sie reichte nun beim obersten Nationalgericht Klage gegen Ryanair ein. Sepla wolle die Fluggesellschaft dazu bringen, das spanische Arbeitsrecht bei Verträgen anzuwenden, heißt es zur Begründung.

Pilotenstreiks bei Ryanair

  • 21. Dezember 2017: Warnstreik in Deutschland;
  • 13., 20., 24. Juli, 3., 10. August: Irland;
  • 10. August: Belgien, Schweden, (Niederlande);
  • Noch ohne Termin: Deutschland.

Quelle: airliners.de

Von: cs
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