Ryanair senkt wegen Pfund-Schwäche Gewinnprognose deutlich

18.10.2016 - 10:33 0 Kommentare

Wegen des schwachen Pfunds stärker als erwartet gefallene Ticketpreise machen Ryanair zu schaffen. Für das Gesamtjahr hat der Billigflieger nun seine Gewinnprognose deutlich nach unten korrigiert.

Fluggäste von Ryanair steigen in Schönefeld aus dem Flugzeug, im Hintergrund steht eine Easyjet-Maschine auf ihrer Parkposition.  - © © dpa - Bernd Settnik

Fluggäste von Ryanair steigen in Schönefeld aus dem Flugzeug, im Hintergrund steht eine Easyjet-Maschine auf ihrer Parkposition. © dpa /Bernd Settnik

Der starke Kursverfall des britischen Pfunds seit dem Brexit-Votum Ende Juni schlägt auf die Zahlen des irischen Billigfliegers Ryanair durch. Das Unternehmen muss seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr senken, wie es jetzt in Dublin mitteilte. Im Juli hatte Ryanair bereits davor gewarnt. Die aufziehende Terrorangst sahen die Iren zu jenem Zeitpunkt als weitere Bedrohung für den Geschäftsverlauf.

Nun erwartet Ryanair noch ein Gewinnplus von sieben Prozent anstatt der zuvor angepeilten zwölf Prozent. Zentraler Grund dafür sind die stärker als erwartet gefallenen Ticketpreise wegen des schwachen Pfunds.

Immerhin sei der Effekt wegen zugleich gesunkener Kosten für Treibstoff etwas aufgefangen worden, hieß es. Der Gewinn soll nun im gesamten Geschäftsjahr (bis Ende März) bei 1,30 bis 1,35 Milliarden Euro liegen. Im Sommer hatte Ryanair noch 1,375 bis 1,425 Milliarden Euro erwartet.

© dpa, Andy Rain Lesen Sie auch: Brexit-Folgen für den Luftverkehr

Das Großbritannien-Geschäft hat für die Iren eine große Bedeutung. Ryanair erziele in diesem Jahr voraussichtlich 26 Prozent des Umsatzes im Vereinigten Königreich, hieß es. Ryanair-Chef Michael O'Leary hat wegen des erwarteten EU-Austritts des Landes bereits angekündigt, die für das kommende Geschäftsjahr erwarteten 50 neuen Flugzeuge nur zum Ausbau des Geschäfts außerhalb Großbritanniens einzusetzen.

Weitere Airlines von Brexit-Entscheid betroffen

Die Brexit-Entscheidung hatte bereits beim britischen Konkurrenten Easyjet dafür gesorgt, dass die Gewinnziele gekappt werden mussten. Das Votum der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union und die Terroranschläge werden der Low-Cost-Airline wohl den ersten Gewinnrückgang seit 2009 einbrocken. Der Vorsteuergewinn dürfte im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr auf 490 bis 495 Millionen Pfund (557 bis 563 Millionen Euro) absacken, teilte Easyjet Anfang Oktober mit.

Auch die International Airlines Group (IAG) hatte aufgrund des Brexit-Entscheids ihr Gewinnziel zusammengestrichen. Ende Juli war von einer schwächeren Nachfrage an den Verkaufsstellen in Großbritannien - die ein Drittel des IAG-Umsatzes liefern- die Rede.

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Von: dpa, gk
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