Ryanair droht Millionenstrafe in Italien

Da Ryanair-Kunden nicht ausreichend über gestrichene Flüge informierte, droht die italienische Wettbewerbsbehörde mit einer Strafzahlung. Auch in Deutschland fallen viele Verbindungen aus.

Passagiere steigen in eine Ryanair-Maschine: Wegen schlechter Informationspolitik droht eine Millionenstrafe. Foto: © dpa, Markus Scholz

In Italien droht Ryanair eine Strafe von bis zu fünf Millionen Euro. Die Fluggesellschaft habe Kunden nicht ausreichend über gestrichene Flüge informiert, teilte die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM mit. Der irische Low-Cost-Carrier soll in solchen Fällen den betroffenen italienischen Fluggästen klar und deutlich ihre Optionen und Rechte aufzuzeigen.

Ryanair dementiert die Vorwürfe:

Die italienische Zivilluftfahrtbehörde Enac hat bereits bestätigt, dass "es keine Grundlage für die Anwendung von Sanktionen gegen Ryanair gibt" und dieBehauptung der Kartellbehörde der "Nichteinhaltung" ohne Grundlage sei.

Robin Kiely, Ryanair-Sprecher

Am 25. Oktober hatte die Wettbewerbsbehörde Ryanair zehn Tage Zeit gegeben, um auf diese Anordnung zu reagieren. Da dies nicht erfolgt war, sei ein Verstoßverfahren eingeleitet worden. Der mögliche Strafrahmen liegt zwischen 10.000 Euro und 5 Millionen Euro.

Zahlreiche Flüge im September ausgefallen

Die Airline musste im September zahlreiche Flüge streichen, um ihren Sommerflugplan aufrechtzuerhalten. Anlass waren Fehler des Carriers bei der Erstellung von Dienstplänen. Urlaubszeiten der Piloten seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Ryanair wurde von der britische Luftfahrtbehörde angewiesen, die Freizeitansprüche der Besatzungsmitglieder ab 2018 mit dem Kalenderjahr in Einklang zu bringen. Durch die sich daraus ergebenen kurzfristigen Urlaubsansprüche gab es weder genug Piloten noch Flugbegleiter.

Winterflugplan mit vielen Streichungen auch in Deutschland

Der Crew-Mangel hat weitreichende Auswirkungen auf den aktuellen Winterflugplan. Insgesamt sollen den Angaben zufolge 18.000 Flüge entfallen, womit rund 400.000 Passagiere betroffen sind. Im Winterflugplan setzt der Billigflieger 400 statt 425 Flugzeugen ein.

Auch Kunden aus Deutschland sind von den Streckenstreichungen betroffen. So steht die Verbindung zwischen Berlin und Köln/Bonn ebenso nicht mehr im Flugplan wie viele Verbindungen von und nach Hamburg, Baden-Baden, Memmingen und Frankfurt-Hahn. Europaweit setzt Ryanair 34 Strecken im Winter aus.

© AirTeamImages.com, Bill Blanchard Lesen Sie auch: Ryanair streicht Winter-Flugplanungen zusammen

Von: br mit Material von dpa-AFX

Datum: 05.12.2017 - 11:48

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