Ryanair sieht Gewinnziel in Gefahr

25.07.2016 - 10:59 0 Kommentare

Terrorangst und Brexit bedrohen die Gewinnpläne von Ryanair. Airline-Chef Michael O'Leary rechnet damit, die Gewinnprognose senken zu müssen. Dabei lief das abgelaufene Quartal gut für den Billigflieger.

Ryanair-Chef Michael O'Leary.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa /Maurizio Gambarini

Die Terrorangst und der Brexit bedrohen die Gewinnpläne des irischen Billigfliegers Ryanair. Der bevorstehende Ausstieg der Briten aus der EU könnte das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr zu einer Senkung seiner Gewinnprognose zwingen, kündigte Ryanair-Chef Michael O'Leary jetzt in Dublin an. Bisher peilt Ryanair für das Geschäftsjahr bis Ende März 2017 einen Überschuss von 1,375 bis 1,425 Milliarden Euro an.

Nachdem die Lufthansa ihre Prognose vor wenigen Tagen gekappt und Easyjet ihr Gewinnziel komplett gestrichen hatte, wurden die Ryanair-Nachrichten an der Börse mit Erleichterung aufgenommen. Der Aktienkurs des Billigfliegers legte kurz nach Handelsstart in London rund sechs Prozent zu. Seit dem Votum der Briten für den Brexit hatte das Papier rund ein Fünftel seines Werts verloren.

Die Unsicherheit unter den europäischen Reisenden hält allerdings an - und wird durch die jüngsten Terroranschläge in Europa noch verschärft. Laut Ryanair hielt die Furcht vor weiteren Attacken zuletzt viele Menschen vom Buchen ab. Das schwache britische Pfund und Streiks der Fluglotsen verstärkten die Zurückhaltung.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Ryanair will neue Flugzeuge nach Brexit in Kontinentaleuropa stationieren

In der Hauptreisezeit von Juli bis September dürften die Ticketpreise im Schnitt mindestens sechs Prozent niedriger ausfallen als ein Jahr zuvor, schätzt O'Leary. "Wie es ausgeht, hängt ganz stark von den Buchungen für August und September ab", sagte er. Im kommenden Winter dürften die Ticketpreise sogar um zehn bis zwölf Prozent sinken.

Für das Quartal von April bis Juni, das erste im Ryanair-Geschäftsjahr, musste die Airline die Flugtickets im Schnitt bereits zehn Prozent billiger abgeben als im Vorjahreszeitraum. Dank eines ausgeweiteten Flugangebots wuchs der Umsatz dennoch um zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der billigere Treibstoff und weitere Einsparungen ließen den Gewinn um vier Prozent auf 256 Millionen Euro steigen.

Konkurrentin Easyjet hat Prognose gekappt

Auch die Ryanair-Konkurrentin Easyjet hat mit Brexit und Terrorangst zu kämpfen. Der britische Low-Cost-Carrier hat schon vor knapp vier Wochen seine Gewinnprognose gekappt.

Allein die Schwäche der britischen Währung dürfte im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 80 Millionen Pfund kosten, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Luftfahrbranche in Großbritannien befinde sich "in einer der schwierigsten Phasen seit Langem", sagte Easyjet-Chefin Carolyn McCall.

© Flughafen Köln/Bonn, Lesen Sie auch: Airlines spüren weiter die Folgen des Brexit-Referendums

Bei der Lufthansa belastet hauptsächlich die Angst vor Anschlägen das Geschäft. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen nach Europa hätten die Vorausbuchungen deutlich nachgelassen, hatte der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr berichtet. Eine "vollständige Aufholentwicklung" sei nach Ansicht der Lufthansa-Führung nicht mehr wahrscheinlich.

Von: ch, dpa-AFX
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