Ryanair verbucht deutlichen Gewinnanstieg

05.02.2018 - 11:44 0 Kommentare

Quartalsbilanz des Billigfliegers: Der Gewinn von Ryanair ist trotz massenhafter Flugstreichungen zweistellig gestiegen. Aufhorchen lässt aber vor allem eine andere Ankündigung von Airline-Chef O'Leary.

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert mit einem Modellflugzeug. - © © dpa - Patrick Seeger

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert mit einem Modellflugzeug. © dpa /Patrick Seeger

Nach den jüngsten Verhandlungsrunden mit Pilotengewerkschaften und zuletzt der schriftlichen Anerkennung der britischen Balpa, macht Ryanair-Chef Michael O'Leary einer weiteren Gruppe unzufriedener Mitarbeiter Hoffnung auf Veränderungen: den Kabinen-Crews.

"Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, erwarten wir eine ähnliche Zusammenarbeit mit den Kabinenpersonalgewerkschaften", sagte er anlässlich der Quartalszahlenpräsentation. Zwischen Oktober und Dezember, dem dritten Quartal im Ryanair-Geschäftsjahr 2018, stieg der Gewinn um 12 Prozent auf 106 Millionen Euro.

Zweistelliger Gewinnanstieg

Allerdings wurde das Ergebnis von Fehlplanungen bei Piloten-Urlaubszeiten und infolge dessen tausender gestrichener Flüge belastet. Dadurch seien die Stückkosten (exklusive Treibstoff) um drei Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr erwartet O'Leary für den Bereich ein Minus von zwei Prozent.

Gleichzeitig habe der irische Billigflieger in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 über eine Milliarde Euro aus dem laufenden Geschäft generiert. Auch damit seien unter anderem Schulden (300 Millionen Euro) bedient und für fast 640 Millionen Euro Aktien zurückgekauft worden. Zusätzlich gaben die Iren eine Milliarde Euro für langfristige Investitionen (Capex) aus.

Für 750 Millionen Euro will Ryanair zwischen Februar und Oktober weiter Stammaktien zurückkaufen. Damit würden die seit 2008 an die Aktionäre ausgeschütteten Mittel auf über sechs Milliarden Euro steigen, so O'Leary

O'Leary setzt auf "Gamechanger"

Potenzial für Einsparungen sieht der Chef in neuen Flugzeugen. So soll die Flotte des Billigfliegers im Frühjahr 2019 um 210 Boeing-737-MAX-Maschinen ergänzt werden. Diese "Gamechanger" böten vier Prozent höhere Kapazitäten bei 16 Prozent geringerem Treibstoffverbrauch, so O'Leary.

Bereits im abgelaufenen Quartal hat Ryanair neun neue Flugzeuge (Boeing 737-800). erhalten. Aktuell heben 416 Maschinen des Typs Boeing 737-800 ab. Diese haben ein Durchschnittsalter von rund sieben Jahren.

Verhaltener Ausblick

Der Ausblick auf das Gesamtjahr sei "vorsichtig". O'Leary erwarte weitere "Störungen" durch beispielsweise Gewerkschaften. "Wir sind darauf vorbereitet, solchen Störungen zu begegnen, wenn es darum geht, unsere Kostenbasis oder unser hohes Produktivitätsmodell zu verteidigen." Insgesamt erwartet man ein Gesamtjahresergebnis von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro.

Airline-Chef Michael O'Leary lobte das Zahlenwerk "in einem sehr herausfordernden Quartal". Der Pilotenausfall aufgrund von Fehlplanungen und die anschließenden massenhaften Flugstreichungen seien "schmerzhaft" gewesen.

So waren die Iren von der britischen Aufsichtsbehörde verpflichtet worden, dass die Mitarbeiter den ihnen zustehenden Urlaub innerhalb des Kalenderjahres (bis Ende Dezember) und nicht innerhalb des Geschäftsjahres (bis Ende März) nehmen müssten. In der Folge mussten viele Piloten frei nehmen, Ryanair beließ laut O'Leary 25 Maschinen am Boden und strich zehntausende Flüge im Winterflugplan.

© AirTeamImages.com, Bill Blanchard Lesen Sie auch: Ryanair streicht Winter-Flugplanungen zusammen

Von: cs
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