Ryanair-Gewinn steigt um 55 Prozent

24.07.2017 - 10:32 0 Kommentare

Der irische Billigflieger legt Quartalszahlen vor. Der Umsatz steigt zweistellig, der Gewinn von Ryanair hingegen zieht kräftig an. Doch über allem schwebt die Brexit-Angst.

Ryanair-CEO Michel O'Leary.Foto: © dpa, Frank Rumpenhorst

Noch läuft es rund für Europas größten Billigflieger Ryanair. Ein solides Sommergeschäft und der späte Ostertermin sorgten im ersten Geschäftsquartal für kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum, wie aus den veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Gewinn um 55 Prozent auf 397 Millionen Euro - das sind gut 50 Millionen mehr, als Experten vorausgesagt hatten. Der Umsatz legte dank stark gestiegener Passagierzahlen um 13 Prozent auf 1,91 Milliarden Euro zu.

Zudem bekräftigte der Low-Cost-Carrier seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach soll das Ergebnis auf 1,4 bis 1,45 (Vorjahr: 1,32) Milliarden Euro steigen. Die angestrebte Passagierzahl korrigierte das Unternehmen sogar noch um eine Million auf 131 Millionen nach oben.

Damoklesschwert Brexit

Gleichzeitig stellten die Iren niedrigere Flugpreise in Aussicht. Angesichts des harten Wettbewerbs werde der durchschnittliche Ticketpreis im laufenden zweiten Quartal voraussichtlich um rund acht Prozent zurückgehen, sagte Konzernchef Michael O’Leary. Zwischen April und Ende Juni war der Preis noch um ein Prozent gestiegen.

Neben dem Preiskampf ist es nach wie vor der Brexit, der Ryanair zu schaffen macht. Nicht nur ist das britische Pfund weiterhin schwach, auch die vielen offenen Fragen zwingen das Unternehmen zu drastischen Maßnahmen. Erst kürzlich drohte Verkaufschef David O'Brien, die England-Flotte ab 2019 abzuziehen und damit dem Rest der EU zu fluten.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Ryanair: Berlin braucht einen dritten Flughafen

Das würde den Konkurrenzkampf auf dem Kontinent noch weiter befeuern. Außerdem warnte Finanzchef Neil Sorahan Anfang April vor einem zeitweisen Komplett-Ausfall des Flugverkehrs. "Wir müssen uns auf ein Szenario einstellen, in dem man heute zwischen Großbritannien und der EU hin- und herfliegen kann und morgen nicht mehr."

Anleger ziehen sich zurück

Trotz der positiven Quartalsergebnisse belasten solche Aussagen die Stimmung bei den Luftverkehrsaktien. Schon in der vergangenen Woche hatte Easyjet-Chefin Carolyn McCall dem Sektor nach vorsichtigen Aussagen einen Dämpfer verpasst. An der Börse ließen Anleger die Ryanair-Aktie zunächst fallen. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse ging es für Ryanair im frühen Handel um knapp fünf Prozent nach unten.

Dass sich die reine Gewinnprognose trotz der guten Zahlen aus dem ersten Quartal aber nicht verändert hat, wertete Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein Research als Zeichen für ein schwieriges Marktumfeld. Laut seiner Einschätzung dürfte sich der bisherige Kursanstieg der Ryanair-Aktie im Winter verlangsamen und ab dem kommenden Jahr sogar in die gegenteilige Richtung umschlagen.

Von: cs, dpa, dpa-AFX
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