Mehr verspätete Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen

08.01.2018 - 14:05 0 Kommentare

Das Nachtflugverbot an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt ist im vergangenen Jahr wieder häufiger gebrochen worden. Schuld daran ist auch Low-Cost-Carrier Ryanair.

Flughafen Frankfurt bei Nacht: Mehr verspätete Starts und Landungen 2017. Foto: © ESA

Trotz Nachtflugverbots hat es am Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr wegen vieler starker Gewitter und Unwetter mehr verspätete Starts und Landungen gegeben. Da zwischen 23 und 0 Uhr wetterbedingte Verzögerungen nicht im Einflussbereich der Fluggesellschaften lägen, könnten in diesen Fällen Ausnahmegenehmigungen für Starts in diesem Zeitraum erteilt werden, erklärte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Ausnahmen hingegen für Starts nach 0 Uhr, die nur in Fällen besonderer Härte zulässig sind, seien nicht erteilt worden.

Verspätete Starts und Landungen 2014-2017
Starts Landungen
2017 440 704
2016 342 464
2015 273 326
2014 311 403

Die Grafik zeigt die Zahl der verspäteten Starts und Landungen am Flughafen Frankfurt in den Jahren 2014 bis 2017. Quelle: Wirtschaftsministerium Hessen

Neben den verspäteten Starts sei auch die Zahl der verspäteten Landungen angestiegen. Diese müssen laut Planfeststellungsbeschluss nicht gesondert genehmigt werden. Als Grund für die Entwicklung nannte der Minister etwa die deutliche Zunahme des Flugverkehrs und eine daraus resultierende europaweite Verschlechterung der Pünktlichkeit.

Ryanair mit vielen Delays

Speziell in Frankfurt sei die Fluggesellschaft Ryanair laut Al-Wazir für einen wesentlichen Anteil der verspäteten Landungen verantwortlich. Deswegen hatte sie bereits im vergangenen Jahr schon einen Termin im Ministerium gehabt und stationierte, um gegenzusteuern, Anfang Dezember eine weitere Maschine an Deutschlands größtem Flughafen.

Als weitere Gründe für die gestiegene Unpünktlichkeit in Frankfurt nannte Al-Wazir eine allgemeine Zunahme des Flugverkehrs in Europa und die Fluglotsenstreiks in Frankreich. Eine flexiblere Handhabung des Nachtflugverbots lehnt der Grünen-Politiker ab. Der Flughafenbetreiber Fraport und die Airlines fordern immer wieder, in Ausnahmesituationen auch nach Mitternacht in Frankfurt landen und starten zu dürfen.

Zahlen gegenüber 2016 gewachsen

Insgesamt habe es 440 verspätete Starts und 704 verspätete Landungen im Vorjahr gegeben. 2016 waren es 342 verspätete Starts und 464 verspätete Landungen. Für Landungen zwischen 23 und 0 Uhr ist keine Einzelgenehmigung nötig, eine solche ist nur für Starts erforderlich.

© dpa, Frederik von Erichsen Lesen Sie auch: Lärmpausen am Frankfurter Flughafen werden zum Regelfall

Die Verspätung darf sich allerdings nicht schon aus der Flugplangestaltung ergeben. Nach Mitternacht ist sowohl für Starts als auch für Landungen eine Einzelgenehmigung notwendig, die ausschließlich in besonderen Härtefällen erteilt werden darf.

Von: cs, pra, dpa, dpa-AFX
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