Ryanair will neue Flugzeuge nach Brexit in Kontinentaleuropa stationieren

28.06.2016 - 17:23 0 Kommentare

Großbritannien ist für Ryanair ein wichtiger Markt - darum zieht Europas größter Billigflieger Konsequenzen aus dem Brexit. Das wiederum könnte sich auf Deutschland auswirken.

Ryanair-CEO Michael O'Leary  - © © dpa - Thomas Frey

Ryanair-CEO Michael O'Leary © dpa /Thomas Frey

Wegen des Brexit-Votums sucht Billigflieger-Primus Ryanair sein Glück in Kontinentaleuropa. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass im kommenden Jahr auch nur eines der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien stationiert werde, sagte Firmenchef Michael O'Leary dem "Wall Street Journal".

"Wir werden all unser Wachstum in die Europäische Union umleiten", so der Airline-Chef weiter. Bislang hat die irische Ryanair einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert. Dort macht die Airline mehr als ein Viertel ihres Umsatzes.

Deutschland ist wichtigster Wachstumsmarkt

Die neuen Ryanair-Wachstumspläne könnten sich auch auf Deutschland auswirken. Schon vor dem Brexit war die Bundesrepublik für den irischen Low-Cost-Carrier der wichtigste Wachstumsmarkt. Ryanair-Ziel ist es, den Marktanteil von derzeit fünf auf 20 Prozent auszubauen. Ein verstärktes Engagement der Ryanair würde nun die Konkurrenzsituation in Deutschland weiter verschärfen.

© dpa, Jan Woitas Lesen Sie auch: Ryanair baut Angebot in Berlin-Schönefeld weiter aus

Fluggesellschaften gelten mit als Hauptleidtragende eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU. Der Luftfahrtverband Iata schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfund die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um drei bis fünf Prozent nach unten drückt.

Ryanair will Großbritannien-Passagiere mit Rabatten locken

"Die Wirtschaft in Großbritannien und in Europa wird ganz sicherlich einen Dämpfer erhalten", sagte O'Leary. Kurzfristig erwarte er aber nur einen geringen Einfluss auf die Buchungen in Großbritannien, zitierte ihn die Zeitung weiter. Die Fluggäste würden mit Rabatten gelockt werden, um die Maschinen zu füllen.

Allerdings bleibt unklar, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angehört. Die International Airlines Group (IAG) und Ryanair-Rivale Easyjet haben bereits ihre Prognosen gesenkt, was die Aktien von Fluggesellschaften europaweit einknicken ließ.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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