Ryanair finanziert neue Flugzeuge mit günstiger Anleihe

12.06.2014 - 17:43 0 Kommentare

Ryanair hat sich an der irischen Börse 850 Millionen Euro frisches Kapital besorgt. Mit ihrer ersten in Euro gezeichneten Anleihe will der Billigflieger das weitere Flottenwachstum finanzieren und zahlt dafür nicht einmal zwei Prozent Zinsen.

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair - © © AirTeamImages.com - Bill Blanchard

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair © AirTeamImages.com /Bill Blanchard

Ryanair hat sich an der irischen Börse über eine Anleihe 850 Millionen Euro frisches Kapital besorgt. Die Laufzeit der ersten von Ryanair jemals ausgegebenen Euro-Anleihe sei sieben Jahre, teilte die Airline mit. Dank eines guten "BBB+"-Ratings konnte der Billigflieger die Zinsen für den Zeitraum auf 1,875 Prozent fixieren. Die Auszeichnung sei achtfach überzeichnet gewesen, so Ryanair.

Die Airline will mit dem neuen Geld die weitere Expansion vorantreiben. Man wolle mit der Anleihe günstig die bestellten 180 Boeing 737-800 finanzieren, so Ryanair. Die Airline hatte im vergangenen Jahr eine Großbestellung aufgegeben und 175 Maschinen bei Boeing geordert, die von September bis 2018 ausgeliefert werden sollen. Anfang Mai stockte der Billigflieger seine Bestellungen nochmal um fünf 737-800 auf.

Insgesamt fliegt Ryanair derzeit mit rund 300 Maschinen, allesamt Boeing 737-800. Ein Großteil der neu bestellten Flugzeuge soll zum weiteren Flottenausbau beitragen, einige Maschinen werden zudem ältere Maschinen ersetzen. In fünf Jahren will die Airline 110 Millionen Passagiere pro Jahr transportieren. Zuletzt waren es 82 Millionen.

Neue Stretegie führt zu Kapazitätsmangel

Ryanair benötigt dabei aktuell bereits mehr Flugzeuge: Insgesamt sieben Maschinen least die Airline daher bei anderen Fluggesellschaften. Im kommenden Jahr werde man durch die neu erworbenen Auslieferungsslots bei Boeing sogar 21 Flugzeuge mehr betreiben, als ursprünglich geplant. Damit könne man im Sommer "so viele Strecken und Flüge wie nie" anbieten, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

© dpa, Julien Warnand Lesen Sie auch: Billigflieger ändern ihre Strategien

Als Grund für den Kapazitätsmangel nannte die Airline ihre neue Strategie. Neuerdings wirbt der Billigheimer mit verbessertem Service wie fest zugewiesenen Sitzplätzen oder der Möglichkeit, ein zweites Handgepäckstück mit an Bord zu nehmen. Zudem hatte Ryanair zuletzt wie die Konkurrenz auch auf attraktivere Ziele und Primärflughäfen gesetzt. Die neue Strategie hat dabei auch ihre Kehrseite: Kampfpreise haben der Fluggesellschaft zuletzt zwar mehr Passagiere und Umsatz, aber auch weniger Gewinn beschert.

Von: airliners.de
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