Ryanair will in Düsseldorf starten

10.01.2018 - 08:05 0 Kommentare

Frankfurt, Hamburg, München: Die Iren rücken immer weiter vom Low-Cost-Modell ab und machen sich immer häufiger an großen Flughäfen breit. Aktuell führt Ryanair auch mit dem Airport Düsseldorf Gespräche - doch da gibt es noch einen Haken.

Maschine der Ryanair: Bald in Düsseldorf? Foto: © AirTeamImages.com, Javier Guerrero

Billigflieger Ryanair liebäugelt mit einem Engagement am Flughafen Düsseldorf. Man stehe mit dem NRW-Airport aktuell in Kontakt, sagte Sprecher Robin Kiely zu airliners.de. Allerdings seien derzeit keine attraktiven Start- und Landerechte am NRW-Flughafen vorhanden.

Wie airliners.de aus Flughafenkreisen erfuhr, hat der irische Low-Cost-Carrier vom Flughafenkoordinator sogar bereits einige Zeitfenster in Düsseldorf zugesprochen bekommen. Diese ließen sich aber nicht sinnvoll in die Flugplanung der Iren integrieren.

"Leider gibt es in Düsseldorf keine freien Slots zu Spitzenzeiten, um den Basisbetrieb in ausreichendem Umfang zu ermöglichen", kommentiert Kiely. Airport-Chef Thomas Schnalke hatte bereits vor Kurzem darauf hingewiesen, dass der Flughafen bereits an 50 Tagen im aktuellen Jahr "voll" sei.

Airlines in Düsseldorf
Angaben in Prozent
Eurowings 37.3
Lufthansa 10.4
Niki 4.1
British
Airways
2.9
Condor 2.8
Emirates 2.7
Easyjet 2.6
Austrian
2.5
Übrige
Airlines
34.7

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Flügen ab dem Airport Düsseldorf im laufenden Winterflugplan bis Ende März. "Übrige Airlines" sind jene mit je weniger als 2,5 Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-Aviation, Stand: 6. Januar 2018

Daher dringt der NRW-Airport auf die Kapazitätserweiterung. Der Antrag für mehr stündliche Start und Landungen liegt aktuell zur rechtlichen Prüfung bei der NRW-Regierung. "Unser Ziel ist, dass in den Spitzenstunden, und nur in den Spitzenstunden, 60 statt bisher 47 Starts und Landungen möglich sind. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Kapazität schrittweise angepasst wird", so Schnalke.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie mehr: Nach Flughafen-Anhörung ist nun das Verkehrsministerium am Zug

Ryanair hat in diesem Winter erstmals Flüge von Dublin nach München aufgenommen. Diese wolle man auch weiter fortsetzen, hieß es auf Anfrage. Allerdings plane man auch dort aktuell nicht, ein Flugzeug zu stationieren: "Der Airport München ist für uns attraktiv, aber eben auch dort sind keine Slots verfügbar."

Experten sehen darin einen klaren Bruch Ryanairs mit dem herkömmlichen Modell eines Low-Cost-Carriers. Bislang fußte deren Geschäftsmodell auf der Überlegung, viele kleinere und dezentralere Airports zu bedienen. Davon nehmen die Iren mit ihren Engagements in beispielsweise Frankfurt und München Abstand. Auch Düsseldorf wäre so ein Beispiel, liegen die Gebühren dort doch um ein Vielfaches höher als beispielsweise am Flughafen Weeze.

In Deutschland betreiben die Iren aktuell zehn Basen:

Von: cs
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