Ryanair denkt über Auflösung der England-Flotte nach

21.07.2017 - 11:06 0 Kommentare

Sollte sich bis Herbst 2018 kein geführter Brexit abzeichnen, hat Ryanair schon einen genauen Plan, wie es mit seiner England-Flotte umgehen will. Auch poltert Verkaufschef David O'Brien erneut gegen Lufthansa.

David O'Brien ist Chief Commercial Officer bei Ryanair. - © © dpa - Vegard Wivestad Grott

David O'Brien ist Chief Commercial Officer bei Ryanair. © dpa /Vegard Wivestad Grott

Ryanair will im Fall stockender Brexit-Verhandlungen seine in Großbritannien stationierten Flugzeuge nach Kontinentaleuropa und Irland verlegen. Sollte es bis September 2018 keine Klarheit über ein Luftverkehrsabkommen zwischen Großbritannien und der EU geben, werde der irische Billigflieger die 85 in England gebasten Maschinen auf die 72 Basen in den Ländern der EU26 verteilt werden, sagte Verkaufschef David O'Brien der "Süddeutschen Zeitung".

In welche Länder genau die Flugzeuge verschoben werden sollen, sagte O'Brien nicht. In Deutschland will Ryanair seinen Anteil bis 2020 vervierfachen.

Bislang war bekannt, dass Ryanair im Brexit-Fall neues Flottenwachstum außerhalb Großbritanniens stattfinden lassen will. Ryanair hat aktuell rund 400 Flugzeuge in ihrer homogenen Boeing-Flotte - weitere 300 seien laut O'Brien bestellt. Bis zum Sommer rechnen die Iren mit 45 neuen Maschinen.

Lufthansa "blockiert" deutschen Markt

Einen Großteil derer würde Ryanair gern in Deutschland stationieren, kann dies aber nicht. "Lufthansa versucht, mit dem Air-Berlin-Geschäft den Markt und die Infrastruktur zu blockieren. Das schränkt unsere Wachstumsmöglichkeiten ein", so O'Brien. Viele in der Branche erwarten, dass Lufthansa die finanziell angeschlagene Air Berlin übernehmen wird.

Schon dagegen, dass knapp 40 Maschinen von Air Berlin für den Kranich-Konzern im Wet-Lease abheben dürfen, hatte sich Ryanair beschwert. Wertvolle Infrastruktur werde künstlich blockiert, klagt O'Brien nun noch einmal. Sein Vorschlag:

Lasst einfach Tegel offen und Air Berlin sterben.

David O'Brien, Verkaufschef von Ryanair

Zudem sei durch die Lufthansa-"Blockade" der Fokus der deutschen Luftverkehrswirtschaft auf Frankfurt und München gelenkt worden, so O'Brien. Standorte wie Berlin und Hamburg seien unterversorgt und bräuchten weitere Europaverbindungen.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Ryanair: Berlin braucht einen dritten Flughafen

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Passagiere verlassen eine Ryanair-Maschine. Ryanair hat wieder mehr Verspätungen

    Am Frankfurter Flughafen steht Ryanair weiter in der Kritik: Der Billigflieger landet im März wieder häufiger nach 23 Uhr. Die hessische Opposition will nun mehr Druck machen.

    Vom 04.04.2018
  • Der Wirtschaftsminister von Hessen, Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). Hessen prüft Strafen wegen Ryanair-Verspätungen

    Wegen der zahlreichen Verspätungen am Frankfurter Flughafen gerät Ryanair erneut unter Druck: Hessens Verkehrsminister prüft jetzt Rechtsmittel - die Airline könnte mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden.

    Vom 12.04.2018
  • Thorsten Schäfer-Gümbel. (Foto: Sebastian Scholl, gepostet auf Flickr, CC-BY-NC-ND 2.0) SPD-Vize Schäfer-Gümbel keilt gegen Ryanair

    Der SPD-Bundesvize Schäfer Gümbel positioniert sich gegen das Frankfurt-Engagement von Ryanair. Der Verkehr der Iren an zentralen deutschen Airports könnte durch die Lauda-Motion-Übernahme noch weiter wachsen.

    Vom 22.03.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus