Ryanair kritisiert erneut Deal zwischen Air Berlin und Lufthansa

26.01.2017 - 13:51 0 Kommentare

Die Lufthansa Group mietet Maschinen von Air Berlin. Dem Billigflieger Ryanair passt das nicht. Airline-Chef Michael O'Leary bezeichnete die Kooperation jetzt als "Witz" und als "Feigenblatt".

Michael O'Leary, CEO der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair - © © dpa - EPA/Marco De Swart

Michael O'Leary, CEO der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair © dpa /EPA/Marco De Swart

Ryanair hat erneut die Zusammenarbeit von Air Berlin und Lufthansa kritisiert. "Es ist ein Witz", sagt Airline-Chef Michael O'Leary jetzt der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Lufthansa zerschlägt Air Berlin unter dem Feigenblatt eines Miet-Deals und kauft so ihren einzigen einheimischen Rivalen."

Die Lufthansa Group mietet 38 Flugzeuge samt Crews von Air Berlin. Darauf hatten sich beide Seiten im Dezember geeinigt. Die Air-Berlin-Maschinen und -Crews sollen hauptsächlich bei der Lufthansa-Billigplattform Eurowings zum Einsatz kommen, und zwar ab Ende März. Dann beginnt der Sommerflugplan.

Bundeskartellamt untersucht Kooperation

Wie bereits bekannt, geht Ryanair auch beim Bundeskartellamt gegen diesen Deal vor. Die Behörde sei sehr an den Einwänden interessiert gewesen, sagte O'Leary jetzt zu Reuters. Denn durch die Kooperation würden auf innerdeutschen Routen Flugkapazitäten verschwinden und die Preise der Tickets steigen.

Laut Angaben des Kartellamts ist Ryanair bei der Prüfung des Lufthansa-Air-Berlin-Geschäfts im Rahmen der üblichen Marktbefragung befragt worden. Ein Lufthansa-Sprecher hatte erst kürzlich betont, dass man eng mit den Kartellbehörden zusammenarbeite.

© dpa, Vegard Wivestad Grott Lesen Sie auch: Ryanair wehrt sich gegen Zusammenarbeit von Lufthansa und Air Berlin

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Der irische Carrier hat im vergangenen Jahr erstmals mehr Passagiere gezählt als die Lufthansa Group. Deutschland ist für Ryanair ein wichtiger Markt: Der Anteil soll hierzulande in den kommenden Jahren auf 20 Prozent ausgebaut werden.

Der Bundesrepublik könnte innerhalb der Ryanair-Strategie sogar noch eine größere Rolle zukommen. Der beschlossene Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird die Gewinne des Low-Cost-Carriers auf Jahre hin belasten. Ryanair will deshalb sein Geschäft aus Großbritannien nach Kontinentaleuropa verschieben und den Fokus dabei auch auf Deutschland setzen.

Von: ch
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