Ryanair-Chef: "Wir wollen, dass Alitalia überlebt"

Alitalia steht zum Verkauf. Sollte dies scheitern, wird die Fluggesellschaft aufgelöst. Der irische Billigflieger Ryanair will, dass Alitalia überlebt - und kann sich auch eine Übernahme vorstellen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary - © © Jane Barlow/PA Wire/dpa -

Ryanair-Chef Michael O'Leary © Jane Barlow/PA Wire/dpa

Der irische Billigflieger Ryanair hat sich für den Erhalt der Alitalia eingesetzt. "Wir wollen, dass Aliltalia überlebt", sagte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt laut Nachrichtenagentur APA. "Wir wollen nicht, dass sie vom europäischen Markt verschwindet, doch die Airline muss schwierige Beschlüsse ergreifen, die zu lang hinausgeschoben wurden." Der Ire hält beispielsweise einen starken Personalabbau für notwendig.

Ryanair gehört zu den Fluggesellschaften, die Interesse an einer Alitalia-Übernahme haben. Man werde aber nur zuschlagen, wenn man die Mehrheit an der Airline erwerben könne, sagte O'Leary nun. Alitalia steht zum Verkauf. Sollte das nicht gelingen, wird die ehemalige Staatsairline aufgelöst.

Mehr als 30 potentielle Käufer haben bereits ihr Interesse an der italienischen Fluggesellschaft angemeldet - darunter auch die Ryanair-Konkurrentin Easyjet. Es handelt sich aber dabei noch nicht um verbindliche Angebote. Diese sollen bis Oktober abgegeben werden.

© dpa, Soeren Stache Lesen Sie auch: Lage von Alitalia ist nicht mit der von Air Berlin vergleichbar Hintergrund

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Im Jahr 2015 hatte die Airline fast 200 Millionen Euro Verlust gemacht. Sie steht derzeit unter Fremdverwaltung, was einer Insolvenzverwaltung entspricht. Die italienische Regierung hat Staatshilfen ausgeschlossen.

Der zunehmende Wettbewerb durch die Billigflieger Ryanair und Easyjet verschärft die Situation der Alitalia weiter. So bietet Ryanair inzwischen auch Umsteigeflüge an - und zwar am Flughafen Rom-Fiumicino. Das ist der Airport, an dem Alitalia laut Flugplandaten die meisten ihrer Kapazitäten aus Italien heraus anbietet. Ab Juli will Ryanair auch Anschlussflüge am Airport Mailand-Bergamo anbieten.

Marktanteile bei Flügen aus Italien
in Prozent
Ryanair 23
Alitalia 20
Easyjet 10
Vueling 4
Meridiana Fly 3
restliche Airlines 40

Angebotene Sitzplatzkapazitäten der Fluggesellschaften bei Flügen aus Italien (in Prozent). Die Angaben beziehen sich auf den laufenden Sommerflugplan (bis Ende Oktober). Der Anteil der restlichen Airlines beträgt jeweils weniger als drei Prozent. Quelle: CH Aviation, Stand 28. Juni

Von: ch

Datum: 28.06.2017 - 11:41

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