Ryanair-Chef will keine Air-Berlin-Pleite auf einen Schlag

07.04.2017 - 08:00 0 Kommentare

Ryanair will Air Berlin in Deutschland verdrängen. Trotzdem will Airline-Chef Michael O'Leary nicht, dass die Konkurrentin auf einen Schlag pleitegeht. In einem Interview verrät er auch, warum er das so sieht.

Ryanair-Chef Michael O'Leary - © © Jane Barlow/PA Wire/dpa -

Ryanair-Chef Michael O'Leary © Jane Barlow/PA Wire/dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary will nicht, dass Air Berlin auf einen Schlag pleitegeht. Die dadurch entstehende Lücke "könnten wir so rasch gar nicht füllen, weil uns die Flugzeuge fehlen", sagte der Manager im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"So wie es jetzt ist, ist es ideal", findet O'Leary. "Air Berlin verschwindet schleichend, Verbindungen werden eingestellt und die Preise bleiben hoch. Da können wir Schritt für Schritt mit günstigen Tickets hineingrätschen."

Air Berlin "künstlich am Leben" gehalten

Der irische Low-Cost-Carrier will seinen Marktanteil hierzulande in den nächsten zwei bis drei Jahren ausbauen - und zwar von derzeit sechs auf 20 Prozent. Dabei konkurriert Ryanair auch mit der Lufthansa-Billigplattform Eurowings, die ebenfalls wächst - und der Nummer drei in Deutschland, Air Berlin (siehe Kasten). Letztere wird aus Sicht von O'Leary "künstlich am Leben" gehalten.

Er bezieht sich dabei auf den Deal von Lufthansa Group und Air Berlin. Im Rahmen eines Mietgeschäfts fliegen rund 30 Air-Berlin-Maschinen für die Lufthansa Group, vor allem für deren Billigplattform Eurowings. Ryanair war beim Bundeskartellamt gegen diese Kooperation vorgegangen - ohne Erfolg. "Die Lufthansa zerschlägt Air Berlin unter dem Feigenblatt eines Miet-Deals und kauft so ihren einzigen einheimischen Rivalen", so die Kritik des irischen Carriers.

Angebotene Sitzplatzkapazitäten aus Deutschland

1. Lufthansa - 34 Prozent
2. Eurowings (inkl. Germanwings) - 12 Prozent
3. Air Berlin - 10 Prozent
4. Ryanair - 6 Prozent
5. Easyjet - 3 Prozent
Angaben gerundet, Quelle: CH-Aviation, Stand: 4. April 2017

Ryanair war früher an den kleineren deutschen Flughäfen aktiv. In letzter Zeit drängt Europas größter Billigflieger auch auf größere Airports, wie beispielsweise nach Frankfurt. Die kleineren Standorte sollen auch künftig angeflogen werden, "wenn sie weiter die eingeräumten Rabatte zahlen", so O'Leary.

Das gilt beispielsweise auch für den Flughafen Hahn. Der Hunsrück Airport liegt etwa 90 Kilometer Luftlinie vom Frankfurter Flughafen entfernt, außerdem bedient der irische Billigflieger inzwischen auch den nahegelegenen Airport in Luxemburg. Aufgrund dieser Situation werde Ryanair am Hahn kaum noch wachsen, räumt O'Leary ein. Ryanair ist am Hahn größter Kunde.

© dpa, Karl-Josef Hildenbrand Lesen Sie auch: Ryanair kündigt Basis am Airport Memmingen an

Von: ch
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