Ryanair-Chef: "Air Berlin und Eurowings stehen vor dem Aus"

24.05.2016 - 15:30 0 Kommentare

Lufthansa wird ihre Billigtochter Eurowings dichtmachen, und auch Air Berlin ist zum Scheitern verurteilt - das sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in einem Interview. Darin erklärt er auch, warum er das so sieht.

Michael O'Leary, CEO der Ryanair - © © dpa - EPA/Olivier Hoslet

Michael O'Leary, CEO der Ryanair © dpa /EPA/Olivier Hoslet

Geht es nach Ryanair-Chef Michael O'Leary, dann wird die Lufthansa mit ihrer Billigtochter Eurowings scheitern, und auch Air Berlin steht demnach vor dem Aus. Das sagte der CEO des irischen Billigfliegers in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Die neue Ausgabe erscheint am Mittwoch, das Interview liegt airliners.de in redaktioneller Fassung vorab vor.

Eurowings sei "zum Scheitern verurteilt", weil sie "nicht mit unseren Preisen mithalten" könne, sagte O'Leary der Zeitung. Die Lufthansa werde Eurowings in drei oder vier Jahren "dichtmachen oder verkaufen".

Lufthansa hat die Billigmarke Eurowings ins Leben gerufen, um gegen die Lowcost-Konkurrenz wie Ryanair bestehen zu können. Das werde aber nicht reichen, sagte O'Leary. "Wir sind der Aldi der Luftfahrtbranche." Und weiter: "Ich hoffe auf einen Preiskrieg."

Laut O'Leary wird sich Etihad von Air Berlin abwenden

Bei Air Berlin dagegen gebe es "keinen strategischen Kurs", so O'Leary. Er ist der Überzeugung: Etihad werde ihre Beteiligung an der Airline in ein paar Jahren an die Lufthansa verkaufen. Etihad besitzt knapp 30 Prozent an der finanziell angeschlagenen Air Berlin. Die arabische Airline hält die deutsche Gesellschaft seit 2012 mit Geldspritzen in der Luft.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: So will Ryanair in Deutschland wachsen

Für Ryanair ist Deutschland aktuell der wichtigste Wachstumsmarkt. Der irische Billigflieger will hierzulande die zweitgrößte Airline nach Lufthansa werden. Das heißt: Air Berlin soll als Nummer zwei in Deutschland verdrängt werden. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre werde es soweit sein, sagte O'Leary jetzt.

Er gab in dem Interview zu, dass Ryanair von der schwierigen Lage von Air Berlin profitiert. "Sie bewirkt, dass die meisten deutschen Flughäfen uns Rabatte dafür anbieten, dass wir sie nutzen." Ryanair konzentriere sich auf die Strecken, auf denen Air Berlin Flüge und Kapazitäten kappe, so der Airline-Chef.

Insgesamt will Ryanair ihren Marktanteil in der Bundesrepublik von aktuell rund fünf auf 20 Prozent ausbauen. Um dieses Ziel in den nächsten fünf Jahren zu erreichen, hat die irische Airline zum Beispiel innerdeutsche Flüge aufgenommen und in Berlin-Schönefeld eine Basis eröffnet. Auch an anderen Standorten sollen neue Basen entstehen.

Marktanteile nach Sitzplatzkapazitäten in Deutschland
Anteile in Prozent
Lufthansa 32
Air Berlin 14
Eurowings/Germanwings 11
Ryanair 5
Condor 3
Easyjet 3
Tuifly 2
Turkish Airlines 2
restliche Airlines 28

Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vom 24. Mai bis zum 30. Oktober 2016 (Ende des Sommerflugplans). Die Angaben sind gerundet. Bei den restlichen Airlines beträgt der Marktanteil der Gesellschaften jeweils weniger als zwei Prozent. Quelle: ch-aviation.com

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Flugzeuge von Air Berlin. Luftverkehr braucht nach dem Air-Berlin-Aus neue Impulse

    Apropos (25) Der Luftverkehr in Deutschland hinkt seit Jahren im europäischen Vergleich hinterher. Verkehrsexperte Manfred Kuhne befürchtet, dass sich das auch nach der aktuellen Konsolidierung nicht ändert - denn es fehlt an Grundlagen.

    Vom 14.02.2018
  •  Der Begriff Big Data wird auch für die Luftfahrtbranche immer wichtiger. Geschäftsreisende haben wieder die Wahl

    Überblick Die Air-Berlin-Pleite hinterlässt im innerdeutschen Verkehr eine offene Flanke. Doch Easyjet, Ryanair und Co. stehen bereit, diese Lücke zu schließen. Um Kunden buhlen aber nicht nur Airlines.

    Vom 29.01.2018
  • Leitwerk einer Air-Berlin-Maschine. Das lange Ende der Air Berlin

    Rückblick Der Fall der Air Berlin ordnet die Machtverhältnisse am europäischen Himmel neu. Lufthansa, Easyjet sowie IAG kaufen Teile der Konkurrentin. Auf der Strecke bleiben viele Mitarbeiter. airliners.de blickt auf die Pleite des Jahres zurück.

    Vom 29.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Flughafen BER Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »