Ryanair bereitet sich auf harten Brexit vor

25.10.2018 - 14:00 0 Kommentare

Im Frühjahr noch wollte Ryanair britische Aktionäre entmündigen, um als EU-Airline nach einem harten Brexit auf dem Kontinent weiterfliegen zu können. Nun sind die Pläne für das "No Deal"-Szenario versöhnlicher.

Boeing 737 von Ryanair. - © © AirTeamImages - Simone Ciaralli

Boeing 737 von Ryanair. © AirTeamImages /Simone Ciaralli

Ryanair bereitet sich auf einen "No Deal"-Ausstieg Großbritanniens aus der EU vor. Weitere Aktien-Rückkäufe habe der Low-Coster erst einmal aufgeschoben, sagte Airline-Chef Michael O'Leary. Ein Programm über 750 Millionen Euro hatte der Billigflieger jüngst abgeschlossen.

Allerdings sehen sich die Iren an ganz entscheidender Stelle von einem möglichen harten Brexit betroffen. Denn für die EU-Kommission ist das Thema Ownership ein ganz zentrales: 51 Prozent eines Unternehmens müssen in EU-Hand sein. Ryanair hingegen ist laut O'Leary zu 54 Prozent in britischer Hand.

O'Leary: Bis zu drei Wochen ohne Flugverkehr

Nach dem 29. März 2019 dürften die Maschinen in Europa also nicht mehr fliegen. O'Leary nennt es eine "reale Gefahr", dass der Flugverkehr Ende März unterbrochen wird. "Britische Flugzeuge werden dann nicht in der EU landen können. Und möglicherweise auch keine EU-Flugzeuge in Großbritannien."

Konkret geht der Airline-Chef davon aus, dass der Flugverkehrt nach einem harten Brexit bis zu drei Wochen ruhen werde. Dies wäre aber für Ryanair keine Gefahr: "Wir sind überlebensfähig."

Ryanair soll im Fall eines unkontrollierten EU-Ausstiegs von Großbritannien aber als EU-Unternehmen aufgestellt sei: Noch im Frühjahr sagte O'Leary notfalls werde man die Stimmrechte der britischen Aktionäre beschneiden. Nun rudert der CEO zurück: Man werde auf versöhnliche Art und Weise auf die geforderten 49 Prozent kommen; weiter führt O'Leary dies nicht aus.

UK-AOC soll innerbritische Flüge sichern

Daneben will Ryanair aber auch weiterhin innerbritische Flüge anbieten können. Aktuell sind dies drei Routen: London-Belfast, -Edinburgh und -Glasgow. Hier setze man auf die Erteilung des bereits vor längerer Zeit beantragten UK-AOCs noch in diesem Herbst.

Neben anderen Airlines wie Easyjet und die Thomas-Cook-Tochter Condor bereitet sich auch die Zuliefererindustrie auf einen harten Brexit vor:

© Fotolia, tanaonte Lesen Sie auch: Zulieferer planen mit hartem Brexit Gastbeitrag

Von: cs
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