Ryanair baut Basen in Deutschland weiter aus

10.02.2016 - 13:37 0 Kommentare

Ryanair expandiert weiter in Deutschland. An den Flughäfen Hamburg und Nürnberg will der Billigflieger zum Winter erstmals Flugzeuge stationieren. Die Basis in Berlin wird ausgebaut. Auf etlichen Routen startet dann ein direkter Konkurrenzkampf.

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair - © © AirTeamImages.com - Bill Blanchard

Leitwerke von Flugzeugen der Ryanair © AirTeamImages.com /Bill Blanchard

Mit gleich zwei neuen Basen in Deutschland macht Ryanair seine Ankündigungen für weiteres Wachstum hierzulande wahr. Zum Winterflugplan wird ein Flugzeug in Nürnberg stationiert. Zwei Maschinen kommen nach Hamburg. Die bestehende Station in Berlin soll ebenfalls wachsen.

Ab Anfang November werde man von der neuen Station in Nürnberg sechs Verbindungen anbieten, teilte Ryanair mit. Das Flugangebot in Hamburg soll mit der Basis auf 14 Destinationen verdoppelt werden.

Eine Verdopplung des Angebots wird auch in Berlin-Schönefeld angepeilt. Hier kommen vier weitere Maschinen hinzu. Mit dann neun Flugzeugen wird der Flughafen zum bundesweit größten Standort der Airline. Inklusive Nürnberg und Hamburg betreibt Ryanair somit bald acht Stationen in Deutschland.

Ryanair startet Verdrändungswettbewerb

Mit den für Berlin-Schönefeld neu angekündigten Routen wie Fuerteventura oder Gran Canaria geht der irische Billigflieger vor allem auf direkten Konkurrenzkurs zu Condor. Lissabon steht im Tap-Flugplan. Etliche der insgesamt 13 neu angekündigten Ryanair-Routen bedient zudem bereits Air Berlin ab Tegel.

Auch an der neuen Ryanair-Basis in Hamburg legt sich Ryanair laut OAG-Flugplandaten gleich auf mehreren neuen Routen mit der Konkurrenz an. So fliegen etwa auf der Strecke nach Gran Canaria bereits Air Berlin, Condor und Tuifly. Dublin wird von Aer Lingus bedient, Brüssel von Brussels Airlines. Manchester ist eine Eurowings-Destination.

Für Ryanair ist Deutschland aktuell der wichtigste Wachstumsmarkt. Von aktuell rund fünf auf 20 Prozent soll der Marktanteil hierzulande in den nächsten fünf Jahren ausgebaut werden. "Air Berlin wird kleiner, Lufthansa ist abgelenkt - es ist die perfekte Zeit für unser Geschäft", sagte Marketingchef Kenny Jacobs in Berlin.

Erreicht werden soll das Wachstum zum Beispiel mit einer Ausbreitung in der Fläche. Neben der Strecke Köln/Bonn - Berlin sollen im nächsten Jahr dann auch weitere innerdeutsche Verbindungen angeboten werden, sagte Jacobs jetzt - ohne jedoch konkreter zu werden.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: So will Ryanair in Deutschland wachsen

Neue Ryanair-Basen geben Flughäfen Auftrieb

Für den Flughafen Hamburg bedeutet die neue Ryanair-Basis einen weiteren Erfolg im Low-Cost-Segment. Der Flughafen der Elbmetropole konnte zuletzt auch dank einer neuen Easyjet-Basis am Platz einen neuen Passagierrekord feiern. Darüber hinaus haben unter anderem auch Eurowings und Air Berlin Flugzeuge am fünftgrößten Flughafen Deutschlands stationiert.

Vor allem für den Flughafen Nürnberg ist das erweiterte Ryanair-Engagement wichtig, kann er doch wieder auf Passagierzahlen wie zu Vorkrisenzeiten hoffen. Vor der Weltwirtschaftskrise hatte der Flughafen über 4,2 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt. Zuletzt gingen die Zahlen unter anderem aufgrund des teilweisen Rückzugs der Air Berlin zurück. Die Airline hatte Ende 2014 ihr touristisches Drehkreuz am Platz aufgegeben. In der Folge fehlten rund 200.000 Reisende pro Jahr.

Im vergangenen Jahr nutzten den Airport knapp 3,4 Millionen Passagiere. Das Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zu 2014 war von der Flughafen-Geschäftsführung bereits als Trendwende bezeichnet worden. Die beiden Gesellschafter - die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern - mussten den verschuldeten Airport zuletzt mit Finanzspritzen stützen.

Von: dh
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