Ryanair will weitere Basen schließen

Exklusiv 22.01.2019 - 13:21 0 Kommentare

Billigflieger Ryanair will im laufenden Fiskaljahr nicht zum dritten Mal die Prognose korrigieren und diskutiert laut eines internen Memos, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen. Darunter: Strecken einstellen, langsameres Flottenwachstum und das Schließen weiterer Basen.

Flugzeuge von Ryanair. - © © AirTeamImages.com - EstevezR

Flugzeuge von Ryanair. © AirTeamImages.com /EstevezR

Ryanair zieht in Betracht, weitere Standorte aufzugeben. Um nicht ein drittes Mal im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnprognose korrigieren zu müssen, prüfe man alle Routen und Basen "sehr genau", heißt es in einem internen Memo von Personalchef Eddie Wilson, das airliners.de vorliegt.

In den kommenden Monaten wolle man die Mitarbeiter und deren Gewerkschaften kontaktieren, die von Streckeneinstellungen oder dem Schließen von Basen betroffen sind. "Bis es soweit ist, wird es ein paar Monate dauern, aber wie schon in der Vergangenheit werden wir unser Möglichstes tun, um den Crews den Wechsel zu anderen Basen zu ermöglichen", so Wilson.

Ryanair in Deutschland

Nach eigener Darstellung reklamiert Ryanair in Deutschland 15 Prozent des Luftverkehrsmarkts für sich; laut Flugplandaten stellt der Billigflieger im Winter knapp sieben (inklusive Lauda Motion) und im Sommer rund 8,1 Prozent des Angebots. Ryanair hat 42 Flugzeuge an neun Basen stationiert: Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Frankfurt, Hahn, Karlsruhe/Baden-Baden, Köln/Bonn, Memmingen, Nürnberg und Weeze. Die Station in Bremen hatte Ryanair zum Winter 2018/19 aufgegeben.

© Bremen Airport, Lesen Sie auch: Ryanair schließt Basis in Bremen

Auch diskutiere man intern Maßnahmen wie zeitlich befristete Verträge, saisonale Basen oder ein Abschwächen des Flottenwachstums inklusive weniger Neueinstellungen. Die 439 Flugzeuge starke Ryanair-Flotte soll in den kommenden Jahren um 135 Boeing-737-Max-Jets wachsen.

Ölpreis sorgt für Kostenanstieg

In der vergangenen Woche senkte der Billigflieger das Gewinnziel um zehn Prozent. Bereits im Oktober hatte Ryanair angekündigt, die eigene Prognose nicht halten zu können und war um zwölf Prozent von ihr abgewichen. In beiden Fällen bezeichnete der Low-Coster unter anderem die durch Tarifverträge erheblich gestiegenen Personalkosten als ursächlich.

Laut Wilson würde ein Ölpreis von dauerhaft über 70 Dollar pro Barrel die Ausgaben für Kerosin um über 400 Millionen Euro in die Höhe treiben. Bei Vorlage der Finanzzahlen des dritten Quartals Anfang Februar wolle man weitere Einzelheiten bekannt geben, hieß es in der Presseerklärung.

Von: cs
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