Ryanair bläst zum Angriff auf Lufthansa-Heimatbasis

02.11.2016 - 12:41 0 Kommentare

Bisher meidet Ryanair den Frankfurter Flughafen. Doch das ändert sich bald: Die Iren wollen zum Sommer zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren. Und erste Strecken stehen auch schon fest.

David O·Brien (CCO von Ryanair), Fraport-Chef Stefan Schulte und Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs. - © © dpa - Andreas Arnold

David O·Brien (CCO von Ryanair), Fraport-Chef Stefan Schulte und Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs. © dpa /Andreas Arnold

Ryanair bläst zum Angriff auf die Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt. Wie der dortige Flughafenbetreiber Fraport und der irische Billigflieger jetzt mitteilten, sollen ab Ende März 2017 zwei Flugzeuge in Frankfurt stationiert werden.

Erste Strecken wurden auch genannt. So will Ryanair zum Start ihrer Basis an Deutschlands größtem Flughafen täglich nach Alicante, Faro, Malaga und Palma de Mallorca fliegen. Jährlich peilt die Low-Cost-Airline rund 400.000 Passagiere am Frankfurter Airport an.

Zum nächsten Winter soll das Flugangebot aber deutlich wachsen. So sei Ryanair auch in Berlin nur mit einer halben Million Fluggästen gestartet, sagte Ryanairmarketing-Chef David O'Brien. Nach drei Jahren seien es schon 5,4 Millionen gewesen. "Ich wüsste nicht, warum das nicht auch in Frankfurt so kommen soll." Auf das Ryanair-Engagement am Hunsrück-Flughafen Hahn habe soll die neue Basis in Frankfurt keinen Einfluss haben. Dort rechnet Ryanair mit 2,2 Millionen Passagieren.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Flughafen Frankfurt will für Billigflieger attraktiver werden

Laut Fraport-Chef Stefan Schulte liegt der Anteil der Billigflug-Passagiere in Frankfurt bisher lediglich bei vier Prozent. Wenn die Kunden aber immer mehr Billigangebote buchen wollen, müsse sich der Flughafen darauf einrichten. So stellte er den Iren in Aussicht, dass ihre Flugzeuge nach der Landung in Frankfurt ähnlich schnell wieder abheben können wie etwa am Hunsrück-Airport Hahn.

Neues System von Gebührenanreizen beantragt

Zu Beginn sollen die Ryanair-Jets auf dem Vorfeld vor dem Terminal 2 parken. Mit Blick auf den bereits angelaufenen Bau des dritten Terminals könne sich dies aber ändern. Bei den Gebühren kann Ryanair auf neue Nachlässe hoffen. Fraport hat beim grün geführten hessischen Verkehrsministerium ein neues System von Gebührenanreizen zur Genehmigung eingereicht. In deren Genuss sollen Airlines kommen, wenn sie Flugverbindungen zu neuen Zielen einführen. Zudem soll es Anreize für Gesellschaften wie Ryanair geben, die gänzlich neu antreten. Das Ministerium hat eine Prüfung bis deutlich vor Jahresende versprochen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Streit um Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen

Laut Schulte bewegen sich die geplanten Nachlässe im international üblichen Rahmen. Dabei bekämen die Airlines im ersten Jahr typischerweise 40 bis 50 Prozent der gezahlten Passagierentgelte zurückerstattet. Binnen drei Jahren würden diese Rabatte dann zurückgefahren. Mit der Genehmigung des neuen Anreizsystems rechnet der Manager in den nächsten zwei Wochen. "Wir gehen fest davon aus, dass es genehmigt wird."

Die Iren fordern mit ihren Plänen für Frankfurt die Lufthansa an deren wichtigstem Drehkreuz heraus. An ihrem zweiten Hub in München muss sich die Lufthansa bereits mit der Billigkonkurrenz von Easyjet und Transavia auseinandersetzen. Entgegen früheren Plänen will der Dax-Konzern daher seine Billigtochter Eurowings vom kommenden Jahr an auch in München an den Start schicken.

Von: dpa, gk
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