Rom plant "rein italienische Lösung" für Alitalia

10.08.2018 - 15:38 0 Kommentare

Statt der angekündigten 51 Prozent will die italienische Regierung offenbar Alitalia komplett im Land behalten. Drei Staatsfirmen sollen die Airline kaufen. Ein Einstieg der Lufthansa wäre damit ausgeschlossen.

Flugzeug der Alitalia. - © © Alitalia -

Flugzeug der Alitalia. © Alitalia

Die populistische Regierung in Rom prüft laut eines Berichts der Zeitung "La Stampa" eine "rein italienische Lösung" für Alitalia. Demnach will man in Rom nicht nur 51 Prozent der Anteile an der bankrotten Airline in Italien halten, sondern 100 Prozent übernehmen.

So plane die Koalition aus Fünf-Sternen-Bewegung und Lega Nord, dass drei Staatskonzerne den insolventen Carrier kaufen. Dabei soll es sich um die italienische Post, die staatliche Eisenbahn und die staatliche Investitionsbank handeln.

Es ist aber für diese Regierung klar sei, dass Alitalia ein staatliches Unternehmen bleiben muss.

Luigi Di Maio, Wirtschaftsminister von Italien

Die Regierung verfolgt zwei Ziele: einerseits Arbeitsplätze zu sichern, und gleichzeitig wieder einen echten Flagcarrier zu haben. Vizepremier Matteo Salvini hat kürzlich die Bedeutung einer solchen Option für Italien bekräftigt: "Ein Land mit einer touristischen Berufung wie Italien kann nicht auf einen Flaggenträger verzichten", sagte er zu italienischen Medien.

Ende der Minderheitsbeteiligung

Laut der Zeitung La Stampa, sei die angekündigte Option einer erneuten Ausschreibung unter veränderten Bedingungen vorläufig ausgeschlossen. Diese Option wurde erst vergangene Woche ins Spiel gebracht. Damals berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero", dass ß Vize-Infrastrukturminister Armando Siri eine neue Ausschreibung für die insolvente Airline plane.

© ANSA/dpa, Ettore Ferrari Lesen Sie auch: Alitalia-Verkauf beginnt von vorn

Hätte dieser Plan die Suche nach einem privaten Investor weiter erschwert, schließt die "rein italienische Lösung" einen Investor hingegen komplett aus. Das Thema Personalabbau galt bei den bisherigen Verhandlungen der Italiener mit der Lufthansa als Streitthema. Der Kranich erklärte die Airline in ihrer jetzigen Form als "unsanierbar".

Von: br
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