Verzögerungen bei A380-Auslieferungen erwartet Rolls-Royce tauscht Trent-900-Teile

12.11.2010 - 09:58 0 Kommentare

Rolls-Royce hat fehlerhafte Teile in seinen Trent-900-Triebwerken festgestellt und deren Austausch angekündigt. Zugleich korrigierte das Unternehmen seine Gewinnerwartungen für dieses Jahr nach unten. Airbus erwartet indes, dass sich nun anstehende A380-Auslieferungen verzögern werden.

Arbeiten an einem Trainingstriebwerk Trent 900 (li) bei N3 EOS - © © dpa - M. Schutt

Arbeiten an einem Trainingstriebwerk Trent 900 (li) bei N3 EOS © dpa /M. Schutt

Der britische Triebwerkshersteller Rollys-Royce hat nach der Explosion in einem Triebwerk an einem Airbus A380 seine Gewinnerwartungen heruntergeschraubt. Das Nettoergebnis dürfte in diesem Jahr wohl niedriger ausfallen als zur Jahreshälfte angekündigt, teilte das Unternehmen am Freitag in London mit. Im Juli hatte Rolls-Royce eine Gewinnsteigerung von vier bis fünf Prozent bis Jahresende vorausgesagt.

Bei allen Trent-900-Triebwerken an A380-Maschinen muss den Angaben zufolge nun ein bestimmtes fehlerhaftes Modul in der Turbine ausgetauscht werden. Der Fehler betreffe die ganze Serie, die Untersuchungen dauerten noch an. Die Kosten für den Fehler und seine Beseitigung würden in den diesjährigen Jahresabschluss einfließen, hieß es.

Die speziell für den Airbus A380 entwickelten Triebwerke werden gegenwärtig von den Fluggesellschaften Lufthansa, Singapore Airlines und Qantas verwendet. Vor einer Woche musste eine A380 von Qantas in Singapur notlanden, nachdem ein Triebwerk explodiert war. Rolls-Royce teilte nun mit, dass durch das fehlerhafte Teil Öl ausgetreten war und ein Ölbrand entstanden sei. Dieser habe im Bereich der Mitteldruckturbine zum Bruch der "Intermediate Pressure Turbine"-Turbinenscheibe (IPT) geführt.

Die Erkenntnisse von Rolls-Royce decken sich mit denen der europäischen Luftaufsichtsbehörde EASA. Alle Maschinen müssen einer Lufttüchtigkeitsanweisung zufolge nochmals genauestens inspiziert werden. Die EASA hatte bereits im August vor dem durch Materialermüdung entstehenden Problem gewarnt und eine höhere Frequenz an Tests angeordnet.

Aufgrund des Teileaustauschs und der zusätzlichen Kontrollen könnten sich anstehende A380-Auslieferungen nun verzögern. «Ich gehe davon aus, dass die Inspektionen und der Austausch Auswirkungen auf die Auslieferungen haben werden», sagte Airbus-Chef Thomas Enders am Freitag in einer Telefonkonferenz. Einen Imageschaden befürchte er allerdings nicht durch den Zwischenfall. Es habe keinerlei Abbestellungen oder Diskussionen um Stornierungen gegeben.

Von: dpa-AFX, dpa, airliners.de
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