Rolls-Royce testet neue Getriebe für Großraumflugzeuge

Sparsamer und weniger Schadstoffe - so soll das Fliegen von morgen aussehen. Triebwerkhersteller wetteifern um Technologien. Rolls-Royce nimmt sich das Großraumflugzeug vor.

Rolls-Royce-Mitarbeiter an einer Simulation des Power-Gearbox-Getriebes. - © © dpa - Bernd Settnik

Rolls-Royce-Mitarbeiter an einer Simulation des Power-Gearbox-Getriebes. © dpa /Bernd Settnik

Rolls-Royce will ab 2025 eine neue Generation von Triebwerken für Großraumflugzeuge auf den Markt bringen. Dazu eröffnete der britische Triebwerkhersteller an seinem brandenburgischen Standort in Dahlewitz (Teltow-Fläming) nun ein Testzentrum für Getriebe. Anvisiert ist laut Unternehmen, dass das sogenannte Ultra-Fan-Triebwerk mindestens 25 Prozent sparsamer und damit auch emissionsärmer ist als die erste Generation der Rolls-Royce-Trent-Triebwerke, die vor 25 Jahren entwickelt wurden.

Geprüft wird ein Element des Triebwerks, das Reduktionshauptgetriebe. Die anderen Teile werden in England gefertigt, wie es hieß. Zum ersten Mal wurde die so genannte Power Gearbox bereits im Oktober 2016 getestet. Seither wurden die Anlagen nach und nach erprobt, in Betrieb genommen und jetzt offiziell eröffnet. Rolls-Royce arbeitet mit Partnern an der Technologie. Aufträge von Kunden zu der geplanten Triebwerkgeneration gebe es bislang nicht.

Airbus: "Enger Austausch mit Rolls-Royce"

Vom europäischen Flugzeugbauer Airbus, der den weltgrößten Passagierjet A380 herstellt, hieß es auf Anfrage: "Wir sind stets im engen Austausch mit Rolls-Royce und anderen Triebwerkherstellern, um die Antriebstechnologie voranzutreiben und die Effizienz weiter zu erhöhen." Jüngstes Beispiel seien die Neo-Versionen der Triebwerke unter anderem von Rolls-Royce.

Unser gemeinsames Bestreben nach höherer Effizienz, Kraftstoffersparnis und Emissionsreduzierung erstreckt sich dabei über alle Flugzeugfamilien.

Airbus über die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce

Die Physik der Getriebefan-Architektur, wie sie Rolls-Royce in Dahlewitz testet, ist im Grunde nicht neu. Was das Ganze besonders macht, ist die Größenordnung, die Rolls-Royce anvisiert.

2500 Mitarbeiter in Dahlewitz

Auch die Triebwerkhersteller Pratt & Whitney und MTU Aero Engines arbeiteten schon gemeinsam an einem Getriebefan - für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Zum ersten Mal war bei dieser Entwicklung ein Getriebefan-Triebwerk laut MTU im Jahr 2013 in einem fliegenden Prüfstand.

Ab 2016 kam sie den Angaben zufolge bei Airlines in den Liniendienst. Aktuell fliegen nach MTU-Angaben von den Flugzeugtypen A320 neo und CSeries von Bombardier 94 Jets bei 16 Fluggesellschaften. Weltweit hätten mehr als 80 Fluglinien mehr als 8000 Getriebefan-Antriebe bestellt. Die neue Technologie spart den Angaben zufolge je 16 Prozent bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Emmissionen ein. Es gebe auch Überlegungen, die Technologie für Großraumflugzeuge zu entwickeln.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: A350-Triebwerke kommen künftig auch aus Deutschland

Neben vielen Tests werden am Rolls-Royce-Standort Dahlewitz auch Triebwerke hergestellt - unter anderem für den Airbus A350. Das britische Unternehmen ist seit den 1990er-Jahren in Dahlewitz aktiv. Dort arbeiten mehr als 2500 Mitarbeiter. Einen weiteren deutschen Standort für den Bereich Luftfahrt hat Rolls-Royce im hessischen Oberursel.

Von: cs, dpa

Datum: 09.11.2017 - 11:30

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