Rolls-Royce gibt Ausblick auf künftige Triebwerksgeneration

28.02.2014 - 14:12 0 Kommentare

Der britische Hersteller Rolls-Royce will mit neuen Keramiken, mehr Verbundmaterialien und einer Getriebebox den Verbrauch von Triebwerken senken. Auch am Open-Rotor-Konzept wird weiter geforscht.

Carbon/Titanium-Fan von Rolls-Royce

Carbon/Titanium-Fan von Rolls-Royce
© Rolls-Royce

Advance-Triebwerk von Rolls-Royce

Advance-Triebwerk von Rolls-Royce
© Rolls-Royce

UltraFan-Triebwerk von Rolls-Royce

UltraFan-Triebwerk von Rolls-Royce
© Rolls-Royce

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat Details der kommenden Trent-Triebwerksgeneration vorgestellt, die in den nächsten zehn Jahren zur Serienreife geführt werden soll. So soll „Advance“ vor allem durch den Einsatz von Verbundwerkstoffen an den Schaufeln des Bläsers und neuen hitzefesten Keramiken im Triebwerksinnern gut 20 Prozent weniger verbrauchen, als jetzige Antriebe. „Advance“ soll ab 2020 verfügbar sein.

Der Entwurf „UltraFan“ beherbergt dann neben den Verbundmaterialien und Keramiken erstmals bei Rolls-Royce auch ein Untersetzungsgetriebe. Bläser und Niederdruckwelle werden so entkoppelt und können in ihrem jeweils optimalen Drehzahlbereich betrieben werden. Zwar bringt die Getriebebox zusätzliches Gewicht mit sich, doch kann die Niederdruckturbine kleiner gestaltet werden und so den Gewichtszuwachs ausgleichen. Ferner experimentiert der Triebwerksbauer mit verstellbaren Schaufeln am Bläser, um so das Schubumkehrsystem – und damit Gewicht – einsparen zu können. Das „UltraFan“-Triebwerk verbraucht laut Hersteller 25 Prozent weniger Kerosin als heutige Antriebe.

Auch am „Open-Rotor“-Konzept forscht Rolls-Royce weiter. Dieses nutzt im Kern ein herkömmliches Triebwerk. Zusätzlich werden aber zwei große, gegenläufige und vielblättrige Schaufelräder mit Sichelprofil verwendet. Ein herkömmliches Jet-Triebwerk beschleunigt heutzutage sehr wenig Luft sehr schnell. Auch das Open-Fan nutzt ein vorgeschaltetes Triebwerk als Antrieb für die großen Schaufeln. Doch Open Rotor würde bis zu 60 mal mehr kalte Luft als Schubstrahl nach hinten abgeben. Daher kann das Jet-Triebwerk auch langsamer laufen. Das Konzept verspricht eine Treibstoffersparniss von bis zu 30 Prozent.

Die Nachteile des Konzepts: Open-Rotor-Triebwerke erfordern aufgrund der großen Durchmesser völlige neue Flugzeug-Konstruktionen, was einen erheblichen finanziellen Aufwand für die Hersteller bedeuten würde. Hinzu kommt eine erhöhte Lärm-Emission durch die offene Bauweise.

Von: airliners.de mit Rolls-Royce
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