Rohölpreise sinken wieder auf Vorjahresniveau

23.11.2018 - 09:07 0 Kommentare

Die Ölpreise geben weiter nach. Innerhalb einer Woche ist der Preis pro Barrel um mehr als drei Dollar gesunken. Als Gründe werden ein steigendes Angebot und die schwache Konjunktur in großen Industrieländern genannt.

Ein Flugzeug der Lufthansa wird betankt (Archivfoto).  - © © dpa - Gero Breloer

Ein Flugzeug der Lufthansa wird betankt (Archivfoto). © dpa /Gero Breloer

Am Rohölmarkt hat der Sinkflug der Preise auch am Freitag angehalten. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,86 US-Dollar. Das waren 74 Cent weniger als am Donnerstag und damit nur noch unwesentlich über den Preisen vom Vorjahr.

Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel noch deutlicher um 1,37 Dollar auf 53,26 Dollar. Seit Freitag vor einer Woche ist der Preis für US-Öl damit um mehr als drei Dollar gesunken.

Der Ölpreis hatte zuvor ordentlich angezogen. Seit seinem Jahrestiefstand von rund 58 Dollar im Februar waren die Preise bis Anfang Oktober zum Teil stark gestiegen. Ein Fass der Nordseesorte Brent hatte sich zu diesem Zeitpunkt nach einer langen Günstigpreis-Phase erstmals seit Dezember 2014 wieder auf über 80 Dollar verteuert. US-Banken rechneten gar schon mit Preisen von 90 bis 100 Dollar.

Hohe Förderquoten und schwache Konjunktur

Die Rohölpreise werden nun aber durch zwei Entwicklungen bestimmt. Zum einen lastet auf dem Markt ein hohes Angebot. Neue Zahlen des Ölriesen Saudi-Arabien haben dies am Donnerstag bestätigt. Das Ölkartell Opec dürfte deshalb auf seiner nächsten Zusammenkunft Anfang Dezember über eine Kürzung seiner Förderung diskutieren.

Zum anderen stehen die Ölpreise wegen anhaltender Wachstumssorgen unter Druck. Immer wieder enttäuschen wichtige Konjunkturdaten aus großen Industrieländern. Dies deutet auf eine schwächere Nachfrage nach Rohstoffen wie Erdöl hin, was die Preise drückt.

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Airlines sichern sich beim Ölpreis ab

Für den Luftverkehr bedeuten sinkende Preise für Öl geringere Kosten für Treibstoffe. Diese haben einen großen Anteil an den Kosten von Fluggesellschaften. Kurzfristige Rückgänge des Ölpreises bedeuten dabei allerdings noch keine großen Entlastung, da sich viele Airlines den benötigten Treibstoff bereits im Voraus über Fuel-Hedging zu einem garantierten Preis absichern.

Von: dpa mit dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus