Rheinland-Pfalz will Flughafen Hahn weiterhin verkaufen

18.03.2015 - 17:31 0 Kommentare

Ein Frachtfliegerunternehmen aus China kehrt dem Flughafen Hahn den Rücken - ein schwerer Schlag. Doch die Pläne für den Verkauf des angeschlagenen Airports sind schon in vollem Gang.

Eine Flugzeugtreppe steht auf dem Gelände des Flughafens Frankfurt-Hahn. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Eine Flugzeugtreppe steht auf dem Gelände des Flughafens Frankfurt-Hahn. © dpa /Fredrik von Erichsen

Rot-Grün in Rheinland-Pfalz sieht trotz des Absprungs der Frachtairline Yangtze River Express am Hahn noch Chancen für einen Verkauf des verschuldeten Airports. "Ohne Wenn und Aber ist es ein herber Rückschlag für den Flughafen", sagte Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) am Mittwoch im Landtag in Mainz über das Aus der Frachtfluglinie. Bald starte aber schon das europaweite Bieterverfahren. Ab Ende März würden in mehreren Schritten potenzielle Investoren gesucht. Er hoffe, dass ein Käufer mit Marktkenntnissen ein langfristiges Konzept vorlege und hohe Investitionen dort plane.

CDU-Fraktionsvize Alexander Licht nannte die Lage am Flughafen dramatisch. "Der Sinkflug geht ungebremst weiter", sagte er. "Diese Landesregierung schaut einfach nur zu." Das wies Lewentz zurück und zählte mehrere Hilfsaktionen auf, etwa einen Nachtragshaushalt 2014. Der SPD-Abgeordnete Hans Jürgen Noss nannte den Flughafen dagegen "nach wie vor eine Erfolgsgeschichte" und verwies auf rund 3000 Arbeitsplätze.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Flughafen Hahn verzeichnet weniger Fracht und Passagiere

Der Airport im Hunsrück gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Die Frachtfluggesellschaft Yangtze River Express will ihre Flieger nach Süddeutschland abziehen, da ein Großteil der Fracht aus dem süddeutschen Raum und Norditalien komme. Laut Flughafen steuerte das Unternehmen rund 50.000 Tonnen der rund 130.000 Tonnen Fracht im vergangenen Jahr bei. In den vergangenen Monaten wanderten schon Russlands größte Fluglinie Aeroflot und Qatar Airways Cargo aus dem Emirat Katar ab. Dazu kam die Insolvenz der Fracht-Airline Air Cargo Germany (ACG).

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Blick auf das Vorfeld des BER. Finanzplan für BER-Ausbau unklar

    6,5 statt der geplanten zwei Milliarden Euro wird der BER bis zur Eröffnung 2020 insgesamt kosten - und die Finanzierung nach der Eröffnung? Diese Entscheidung vertagte der Airport-Aufsichtsrat auf Ende August.

    Vom 16.07.2018
  • Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Fraport-Chef Schulte reagiert auf Spohr-Vorschlag

    Lufthansa-Chef Spohr bringt als mögliche Antwort auf die Probleme im Luftverkehr eine Deckelung der Eckwerte ins Gespräch. Fraport-Chef Schulte erteilt dem eine Absage und skizziert, wann Frankfurt wie wachsen will.

    Vom 13.09.2018
  • Die Chefs der vier größten deutschen Flughäfen haben sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer gewandt. Airport-Chefs stellen sich gegen Lufthansa-Plan

    Vor dem Luftfahrtgipfel wenden sich die Chefs der vier größten deutschen Airports in einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister. Die Forderung: Dem Lufthansa-Plan nach einer Slot-Reduzierung eine Absage erteilen.

    Vom 05.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus