Rentenalter 60 für Lufthansa-Piloten bleibt

Frankfurt/Main (dpa) - Lufthansa-Piloten müssen ungeachtet des neuen Gleichbehandlungsgesetzes auch künftig spätestens mit 60 Jahren in Rente gehen. Das Arbeitsgericht Frankfurt wies am Mittwoch die Klagen dreier Piloten zurück und verwies auf Sicherheitsaspekte. Die Flugkapitäne wollten ihre Weiterbeschäftigung bis zum 65. Geburtstag durchsetzen. Es war das erste Verfahren, bei dem sich Piloten auf einen Verstoß gegen das seit August vergangenen Jahres geltende Antidiskriminierungsgesetz beriefen (Az: 6 Ca 7405/06).

Die Lufthansa setzte sich vor Gericht mit der Argumentation durch, die Sicherheitsinteressen im Luftverkehr müssten über dem Wunsch der Piloten nach einer Weiterbeschäftigung stehen. Dem Urteil zu Folge ist die Altersregelung im Lufthansa-Tarifvertrag durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt, «nämlich zum Schutz von Leib und Leben der Besatzung, der Passagiere und der Menschen in den überflogenen Gebieten». Die Altersgrenze sei daher angemessen und erforderlich.

Erfolglos blieb damit der Hinweis der Kläger, sie hätten keinerlei Gesundheitsbeschwerden und würden regelmäßig ärztlich untersucht. Die Rechtsanwälte der Piloten verwiesen darüber hinaus auf die Praxis beim Lufthansa-Tochterunternehmen Cityline, dessen Piloten in kleineren Maschinen auf kürzeren Strecken bis 65 fliegen könnten. Vom Gesetz her müssen Berufpiloten erst mit 65 Jahren in Rente gehen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es wird mit der Berufung der Piloten beim Hessischen Landesarbeitsgericht gerechnet. Lufthansa beschäftigt rund 4000 Piloten und stellt weiterhin ein. Weltweit suchen derzeit zahlreiche Fluggesellschaften Piloten. Einzelne Flugkapitäne, die in Deutschland in Rente geschickt wurden, fanden bei einer ausländischen Airline eine Weiterbeschäftigung bis 65.

Von: dpa

Datum: 14.03.2007 - 10:00

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