Reiseverbände: Kunden verlassen Lufthansa wegen GDS-Gebühr

14.12.2015 - 16:02 0 Kommentare

Aufgrund der GDS-Gebühr wenden sich die Kunden von Lufthansa ab. Das behaupten die Reiseverbände DRV und VDR. Die Airline widerspricht dieser Darstellung.

Ein Mann wartet an einem Lufthansa-Ticketschalter im Flughafen München. - © © dpa - Andreas Gebert

Ein Mann wartet an einem Lufthansa-Ticketschalter im Flughafen München. © dpa /Andreas Gebert

Der Zoff um zusätzliche Gebühren auf bestimmte Lufthansa-Tickets geht weiter. Rund 100 Tage nach Einführung der neuen Pauschale auf Buchungen über globale Reservierungssysteme (GDS) berichten Reiseverbände, dass viele Kunden bewusst zu anderen Airlines wechselten.

Drei von vier Reisebüros hätten ein geändertes Buchungsverhalten ihrer Kunden beobachtet, teilten die Reiseverbände DRV und VDR jetzt in Frankfurt mit. Mehr als 40 Prozent hätten ihr Verhalten stark bis sehr stark geändert.

"Auf Grundlage der Ergebnisse gehen wir davon aus, dass es bei Flugbuchungen zu Marktverschiebungen kommen wird", erklärte das DRV-Vorstandsmitglied Stefan Vorndran. "Das ist ein klares Signal an die Lufthansa, ihr bisheriges Vorgehen zu überdenken."

Laut Lufthansa widerspricht Reiseverbänden

Die Lufthansa widersprach der Darstellung der Touristiker. Es seien keine Rückgänge aufgrund der Gebühreneinführung zu erkennen, teilte das Unternehmen mit. Die jüngsten negativen Verkehrszahlen für den November seien lediglich vom größten Streik in der Airline-Geschichte geprägt. Im Oktober war ein Passagieranstieg registriert worden.

Die Kunden wechselten nicht die Fluggesellschaft, sondern nutzten verstärkt andere Vertriebswege. So sei im deutschen Markt der Anteil über die eigene Website im Vergleich zum Vorjahr wie beabsichtigt um sechs Punkte auf 37 Prozent gestiegen. Erste Touristikpartner nutzten zudem die neuen direkten Anbindungen an das Lufthansa-System.

© dpa, Holger Hollemann Lesen Sie auch: Lufthansa-Group erweitert Direktanbindung an Buchungsplattform

Lufthansa hatte als erste große Airline zum 1. September eine Gebühr von 16 Euro für jedes Ticket erhoben, das über die GDS gebucht wird. Bis dahin machte diese Ticketart rund 70 Prozent aller Buchungen aus. Lufthansa will die Kunden dazu bringen, ihre Flugreisen direkt beim Konzern zu kaufen. Bei Bestellungen über die Lufthansa-Homepage wird die Gebühr nicht erhoben.

Die weltweit aufgestellten Buchungssysteme von Dienstleistern wie Amadeus oder Sabre werden von Firmen, Reisebüros und Internetportalen genutzt. Bezahlt werden sie hingegen über Gebühren von den Fluggesellschaften.

© dpa, Armin Weigel Lesen Sie auch: GDS-Gebühr: Lufthansa legt sich mit Vertriebspartnern an

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Flugbegleiterin von Lufthansa. Lufthansa-Mitarbeiter fordern Sonderzahlung

    Die Kabinen-Crews der Lufthansa wollen stärker am erneuten Rekordgewinn des Kranichkonzerns beteiligt werden und fordern über ihre festgeschriebene Gewinnbeteiligung hinaus eine Entlohnung. Das müsse nicht zwangsläufig Geld sein - es gehe um ein "Zeichen des Vorstands".

    Vom 03.04.2018
  • Tui-Chef Friedrich Joussen mit einem Flugzeug von Tuifly. Tui verliert 20 Millionen Euro durch Niki-Pleite

    Ferienflieger Tuifly hat durch die Niki-Insolvenz Geld verloren. Doch der Mutterkonzern Tui schreibt trotzdem gute Quartalszahlen. Profit bringen vor allem die Hotels und Kreuzfahrtschiffe.

    Vom 13.02.2018
  •  Lufthansa Holidays fliegt mit Lauda Motion

    Auf dem Lufthansa-Reiseportal gibt es jetzt auch Reisen mit Laudas neuem Ferienflieger. Dabei geht es aber nicht um eine Partnerschaft der beiden Airlines - Lufthansa Holidays weitet das Angebot noch anderweitig aus.

    Vom 23.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus